Für die Limited Edition 2026 verwandelt Damien Hirst das Wappenschild von Dom Pérignon in ein kaleidoskopisches Muster. Dahinter steckt eine Verbindung, die über die Gestaltung hinausgeht: die Kunst, aus einzelnen Elementen ein Ganzes entstehen zu lassen.

Ein Kaleidoskop braucht erstaunlich wenig, um den Blick zu verändern. Ein paar Fragmente, Spiegel, eine kleine Bewegung. Was eben noch eine klare Ordnung hatte, setzt sich neu zusammen. Damien Hirst macht dieses Prinzip zum Ausgangspunkt seiner Zusammenarbeit mit Dom Pérignon. Das vertraute Schild des Champagnerhauses bleibt erkennbar – und beginnt zugleich, sich zu vervielfältigen.
Das Schild kommt in Bewegung
Für die zum Jahresende 2026 angekündigte Edition greift Hirst auf die Bildsprache seiner Kaleidoscope-Serie zurück. Wiederholung und Symmetrie erzeugen darin Kompositionen, deren Ordnung den Blick beschäftigt: Man folgt einem Detail, entdeckt seine Entsprechung, verliert sich kurz im Muster.

Auch das historische Dom-Pérignon-Schild wird Teil einer solchen Anordnung. Seine Form taucht innerhalb der Komposition immer wieder auf. Das Zeichen, das gewöhnlich eine eindeutige Mitte bildet, bekommt einen Rhythmus.
Zwei Farbwelten bestimmen die Edition: ein tiefes Blau für Dom Pérignon Vintage 2018, ein warmes, sanftes Rosa für Dom Pérignon Rosé Vintage 2010. Sie geben den beiden Jahrgängen einen eigenen visuellen Ausdruck und verbinden sie durch dieselbe gestalterische Idee.

Was die Teile zusammenhält
Die Verbindung zwischen Hirst und Dom Pérignon lässt sich an einem Begriff festmachen: Assemblage.
In der Kunst bezeichnet er das Zusammenfügen vorhandener Elemente. Hirst wählt Fragmente aus, ordnet sie und entwickelt aus ihrer Wiederholung eine neue Komposition. In der Champagnerherstellung beschreibt Assemblage das Verschneiden unterschiedlicher Weine. Entscheidend sind ihre Beziehungen zueinander: Was bringt ein Element mit? Was verändert es im Zusammenspiel mit den anderen?

Dom Pérignon arbeitet dabei mit der Ernte eines einzigen Jahres. Diese Begrenzung gehört zur Identität des Hauses. Ein Jahrgang lässt sich weder beliebig wiederholen noch von seinen Bedingungen lösen. Entspricht die Ernte dem Anspruch nicht, wird kein Jahrgang deklariert. Hinzu kommt die Reifung auf der Hefe, während der sich der Champagner über Jahre entwickelt.

Hier liegt der interessante Gedanke dieser Kooperation. Komposition beginnt mit dem genauen Blick auf das vorhandene Material. Die Freiheit entsteht beim Zusammenfügen – innerhalb einer Form, die ihre eigenen Regeln hat.
Schönheit und ihre Vergänglichkeit
Bei Damien Hirst besitzt Schönheit häufig eine zweite Ebene. Sein Werk beschäftigt sich mit Leben und Tod, mit Wissenschaft, Religion und unserem Wunsch, etwas festzuhalten, das sich dem Festhalten entzieht. Auch die präzise Ordnung seiner Muster lässt sich vor diesem Hintergrund lesen: als Versuch, flüchtigen Dingen eine Form zu geben.
Eine Champagneredition bringt dazu eine eigene Spannung mit. Die gestaltete Flasche lässt sich aufbewahren. Ihr Inhalt ist für einen Moment bestimmt, in dem sie geöffnet wird. Zwischen Sammeln und Genießen liegt eine kleine Entscheidung über den Umgang mit Zeit.
Die beiden ausgewählten Jahrgänge setzen unterschiedliche Akzente. Dom Pérignon beschreibt den Vintage 2018, geprägt von großzügiger Sonneneinstrahlung und früher Reife, über Frucht, Mineralität und Salinität. Beim Rosé Vintage 2010 steht der dichte, intensive Ausdruck des Pinot Noir im Mittelpunkt.

Mit Hirst führt das Haus seine Reihe von Kooperationen fort, zu der auch Karl Lagerfeld, Lenny Kravitz und Lady Gaga gehören. Diesmal ist es das eigene Emblem, das den neuen Blick ermöglicht. Seine Konturen bleiben vertraut. Erst durch die Wiederholung wird sichtbar, wie viel Bewegung in einer festen Form stecken kann.








