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elemente clemente: Der Jeanslook wird leichter

Für Frühjahr/Sommer 2027 rückt das Münchner Label Leinen in Denim-Optik in den Mittelpunkt. Die Geschichte dahinter beginnt mit 2.000 alten Leinensäcken.

Verwaschenes Blau, angedeutete Bleichungen, die Optik einer längst eingetragenen Jeans. Das Auge erkennt Denim. Auf der Haut liegt reines Leinen. elemente clemente löst mit dieser Verschiebung eine vertraute Verbindung auf: Wie ein Kleidungsstück aussieht, muss nicht bestimmen, wie es sich anfühlt. In der Frühjahr-/Sommerkollektion 2027 wird daraus „The Denim (R)Evolution“.

Eine Jeans gehört zu jenen Kleidungsstücken, über die man morgens kaum nachdenken muss. Sie passt zu einem weißen T-Shirt, einem Hemd, einem Blazer. Ihre Gebrauchsspuren mögen wir oft genauso gern wie ihren Schnitt. An heißen Tagen kann der schwere Stoff allerdings an Selbstverständlichkeit verlieren. Die Lust auf den Look bleibt, die auf eine dicke Baumwollhose eher weniger.

Genau dort setzt elemente clemente an. Seit 2023 führt das Label Leinen in Denim-Optik im Sortiment. Europäisches Leinen wird dafür mit wasserbasierten Farben digital bedruckt. Blauabstufungen und Waschungseffekte bilden die Oberfläche von getragenem Denim nach, während die natürliche Struktur des Leinens sichtbar bleibt. Der Stoff behält seine Leichtigkeit und seinen beweglichen Fall.

Eine Materialgeschichte mit 2.000 Säcken

Dass ausgerechnet Leinen diese Rolle übernimmt, lässt sich weit in die Geschichte von Gründer Clemens Dörr zurückverfolgen. 1988, noch vor elemente clemente, gründete er Kandis & Kandismann. Auf einem Flohmarkt entdeckte französische Leinensäcke brachten ihn auf eine Idee: Aus einem französischen Staatsdepot kaufte er 2.000 unbenutzte Säcke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und verarbeitete sie zu seiner ersten Herrenkollektion.

Die Stücke wurden unter anderem bei Ludwig Beck und Uli Knecht verkauft. Für Dörr war es eine frühe Erfahrung damit, wie lange ein Material bestehen kann – und wie viel gestalterischer Spielraum in etwas steckt, das ursprünglich einen ganz anderen Zweck hatte.

2002 gründete er in München elemente clemente. Leinen blieb ein zentrales Material, großzügige Schnitte und klare Linien wurden Teil der Formensprache. Auch die Arbeit mit vorhandenen Reststoffen gehört zum Selbstverständnis der Marke.

Blau mit Bewegungsfreiheit

In der Frühjahr-/Sommerkollektion 2027 begegnet der Denim-Look weiten Hosen, Shorts, lässigen Hemden und fließenden Kleidern. Die in Tunesien gefertigten Modelle aus europäischem Leinen greifen die unkomplizierte Kombinierbarkeit von Jeans auf. Elastische Hosenbünde und lockere Silhouetten geben dem Körper Raum.

Gestalterisch reicht die Kollektion von zurückhaltenden, monochromen Looks bis zu markanten Wascheffekten. Interessant ist dabei gerade das Zusammenspiel der Oberflächen: Die aufgedruckten Spuren von Denim treffen auf die eigenständige Struktur des Leinens. Das vertraute Blau bekommt einen anderen Fall, die Silhouette verändert sich mit dem Material.

Die Frage hinter dem Look

Mit der Kampagne „No More Dirty Denim“ thematisiert elemente clemente den Ressourcenverbrauch und die Arbeitsbedingungen konventioneller Jeansproduktion. Die eigene Alternative setzt bei der Faser und der Gestaltung der Oberfläche an. Einen langjährigen Produktionspartner hat das Unternehmen in Tunesien; weitere Hersteller sitzen in Europa.

Die Kollektion macht damit auch eine gestalterische Frage anschaulich: Was genau wollen wir behalten, wenn wir ein Kleidungsstück neu denken? Bei der Jeans sind es vielleicht das Blau, die lässige Wirkung, die Leichtigkeit des Kombinierens. elemente clemente übernimmt diese vertrauten Eigenschaften und verändert das Material darunter. Das Ergebnis lässt sich am Ende ganz körperlich verstehen: an der Bewegung einer weiten Hose und daran, wie sich Leinen an einem warmen Tag trägt.

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