New York im Glas, Wien im Herzen
Mit dem Sanatorium bringen Jakob und Albert Trummer ihre internationale Erfahrung zurück nach Wien. Anfang September eröffnet am Dr.-Karl-Lueger-Platz ein Ort zwischen Cocktailbar, Salon, Kulinarik und Kultur – und mit einer durchaus ambitionierten Idee davon, was Gastfreundschaft heute sein kann.

Eine Bar ist zunächst einmal ein Ort, an dem man etwas trinkt. In ihren besten Momenten war sie aber immer viel mehr: Treffpunkt, Bühne, Rückzugsort, manchmal sogar ein kleines gesellschaftliches Labor. Genau an diese Tradition wollen Jakob und Albert Trummer mit dem Sanatorium anknüpfen.
Anfang September 2026 eröffnet das neue Konzept in der Wiener Innenstadt. Und schon der Name verrät, dass hier nicht einfach eine weitere Cocktailbar entstehen soll. Wissenschaft, Kräuterkunde, Kulinarik, Kunst und Nightlife treffen auf die Wiener Tradition von Kaffeehaus und Salon – ergänzt um jene internationale Dynamik, die Jakob und Albert Trummer über Jahre vor allem in New York geprägt hat.
Von New York zurück nach Wien
Jakob Trummer kehrt mit viel internationaler Hospitality-Erfahrung in seine Heimatstadt zurück. Seine Arbeit führte ihn unter anderem in das Umfeld erfolgreicher Konzepte wie Tao Group und Bagatelle Group. Dabei geht es ihm weniger um Luxus im klassischen Sinn als um die Atmosphäre, die einen Ort unverwechselbar macht.

Albert Trummer wiederum gilt als Pionier einer pharmazeutisch inspirierten Mixologie. Kräuter, botanische Infusionen und präzise komponierte Zutaten werden bei ihm zu Cocktails, die fast wie Rezepturen gedacht sind. Im Sanatorium sollen seine bekannten Kreationen weiterentwickelt und mit saisonalen Zutaten neu interpretiert werden.
Der Austausch mit New York bleibt dabei bestehen: Die Barteams aus Wien und New York sollen regelmäßig die Plätze wechseln und damit neue Ideen, Techniken und Einflüsse in die jeweilige Stadt bringen.
Cocktails als Rezepturen
Die Nähe zur Welt der Pharmazie ist im Sanatorium mehr als eine ästhetische Spielerei. Cocktails werden hier als Kompositionen verstanden, in denen Geschmack, Wirkung, Handwerk und botanisches Wissen zusammenspielen.

Ein wichtiger Einfluss stammt dabei vom 2024 verstorbenen New Yorker Spitzenkoch David Bouley, der ein enger Freund und Mentor der Trummers war. Seine Vorstellung von Gastfreundschaft, die Genuss mit Qualität, Saisonalität und Wohlbefinden verbindet, soll im neuen Wiener Konzept weiterleben.
Tagsüber versteht sich das Sanatorium als Ort für Essen, Gespräche und Begegnungen. Abends verändert sich die Atmosphäre: Cocktails, Musik, Kunst und Nightlife rücken in den Mittelpunkt. Intime Salons und kuratierte Ausstellungen sollen zusätzlich dafür sorgen, dass aus der Bar ein kultureller Treffpunkt wird.
Ein neuer Ort für den X Club
Auch unterhalb des Sanatoriums beginnt ein neues Kapitel der Wiener Nachtkultur. Der X Club von Martin Hos RICEMONEY HOSPITALITY GROUP zieht nach rund 15 Jahren von der Wollzeile in das Souterrain des Hauses.

Der Private Members Club bleibt seinem Konzept treu, bekommt jedoch eine neue kulinarische Dimension. Serviert wird ein Auszug aus der Welt von Ay-Vy, dem neuen Restaurantkonzept der Gruppe. Nach der ersten Eröffnung am 20. August 2026 in Hanoi folgt Mitte September Dubai.
Verantwortlich für die Küche ist Yuki Sakamoto, Sushimeister in vierter Generation. Neben seinem Omakase-Konzept sollen auch einige jener avantgardistischen Sushi-Kreationen weiterleben, die über viele Jahre die DOTS-Restaurants in Wien geprägt haben.


Die Bar als sozialer Raum
Am spannendsten ist am Sanatorium vielleicht weniger ein einzelner Cocktail oder ein bestimmtes Gericht als die Idee hinter dem gesamten Haus. Jakob und Albert Trummer wollen die Bar wieder als einen Ort verstehen, an dem Menschen nicht nur konsumieren, sondern miteinander in Kontakt kommen, Geschichten entstehen und ein Abend eine unerwartete Richtung nehmen kann.

Damit verbindet das Sanatorium zwei Städte, deren Barkultur auf sehr unterschiedliche Weise legendär geworden ist: die Eleganz und Salonkultur Wiens mit der Energie und Experimentierfreude New Yorks.
Ob daraus tatsächlich eine neue Wiener Institution entsteht, wird sich zeigen. Die Zutaten dafür jedenfalls sind ungewöhnlich genug.







