Europäisches Küchenhandwerk, japanische Einflüsse und drei Gründer zwischen Gastronomie und Musik: Am 20. Oktober 2026 soll SISU in Berlin-Kreuzberg eröffnen.
Ein Musikstudio und ein Restaurant haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Für Christian Hubert Raab liegen sie erstaunlich nah beieinander. Der Songwriter und Musikproduzent kennt beide Welten: 2012 eröffnete er das Café Bald Neu in München, später schuf er mit HAUS2000 in Berlin einen kreativen Ort für Songwriter und Produzenten. Hier wie dort geht es um Timing, Balance und die Atmosphäre, in der etwas zusammenkommt. Mit SISU erhält dieser Gedanke nun eine neue Adresse: die Köpenicker Straße 174 in Berlin-Kreuzberg.
Gemeinsam mit dem Gastronomen Daniel Nini und dem Musik- und Medienmanager Belmin Sehovic plant Raab ein Restaurant, in dem Essen, Musik, Kunst und Kultur zusammenfinden. Die Küche verantwortet Michael Englhart. Sein Ansatz passt zu einem Haus, das handwerklich viel vorhat und seinen Gästen einen unkomplizierten Abend ermöglichen möchte.

Viel Arbeit für einen klaren Geschmack
Englhart bringt rund 13 Jahre Erfahrung aus der gehobenen Gastronomie und aus Sternerestaurants mit. Im SISU verbindet er europäische Kochtradition mit japanischen Einflüssen. Klassische Fonds, Jus und Saucen bilden das Fundament; Koji, Miso und Kombu erweitern das geschmackliche Spektrum. Fermentation, Säure und Umami gehören zu den Werkzeugen einer Küche, die vieles selbst herstellt.
Hinzu kommt das Feuer. Fisch, Fleisch und Gemüse werden auf dem Konro oder über offenem Feuer gegart. Röstaromen sollen den Eigengeschmack vertiefen und dem jeweiligen Produkt Raum lassen. Wie viel Vorbereitung und Präzision dahinterstecken, muss sich beim Essen nicht in den Vordergrund drängen.
„Komplexität darf in der Entstehung liegen. Auf dem Teller soll sie sich nicht kompliziert anfühlen“, beschreibt Englhart seinen Ansatz.
Das ist ein sympathischer Gedanke für Fine Dining: Der Anspruch liegt im Produkt und in seiner Zubereitung. Am Tisch darf daraus einfach Genuss werden.
Gastgeber mit Gespür für Menschen
Für die Gastfreundschaft steht Daniel Nini, Geschäftsführer, Partner und Gastgeber des SISU. Der gebürtige Hamburger hat unter anderem im Fischereihafen Restaurant, im Grill Royal, im Borchardt und im Telegraphenamt gearbeitet, zuletzt als Restaurant Manager im GRACE. Was ihn an seinem Beruf fasziniert, ist die Energie, die entsteht, wenn Menschen zusammenkommen – und das gute Gefühl, mit dem sie später wieder gehen.
Ein Restaurant kann für ihn Treffpunkt, Wohnzimmer, Nachtclub und Salon zugleich sein. Diese Offenheit prägt die Idee hinter SISU. Raab bringt seine Erfahrung mit Musik, Kaffee und Gestaltung ein, Sehovic mehr als zehn Jahre im Musik- und Medienmanagement sowie Kontakte in die Kreativ- und Kulturszene. Wie sich das Zusammenspiel von Gastronomie und Kultur im Alltag entfalten wird, bleibt mit der Eröffnung zu entdecken. Die Voraussetzungen dafür liegen jedenfalls in den unterschiedlichen Lebenswegen der Gründer.
Ein finnisches Wort in Kreuzberg
SISU steht im Finnischen für innere Stärke, Ausdauer, Mut und Entschlossenheit. Für die Gründer beschreibt der Name den Wunsch, einen eigenen Weg konsequent zu verfolgen. Kulinarisch führt dieser Weg durch Europa und Japan; als Restaurant soll SISU in Berlin verwurzelt sein, offen für die Menschen und Ideen, die an seinen Tischen zusammenkommen.
Vielleicht liegt darin die schönste Verbindung zum Musikstudio: Ein guter Abend lässt sich sorgfältig vorbereiten. Seinen eigenen Rhythmus entwickelt er mit den Menschen, die ihn miteinander verbringen.
SISU
Köpenicker Straße 174, Forum-Gebäude, Berlin-Kreuzberg
Angekündigte Eröffnung: 20. Oktober 2026
Öffnungszeiten ab Eröffnung: Dienstag und Mittwoch 18–22 Uhr, Donnerstag bis Samstag 18–24 Uhr
Reservierungen: www.sisu-restaurant.com







