Ein Poloshirt statt Club Sandwich? The Hoxton und Lacoste machen aus dem klassischen Room Service ein kleines Modeerlebnis. Gemeinsam mit dem Künstler Michael McGregor bringen sie eine Capsule Collection heraus, die ausschließlich dort erhältlich ist, wo sie hingehört: im Hotelzimmer. Eine Brand Collaboration, die zeigt, wie spannend es wird, wenn Hospitality und Fashion ihre Rollen tauschen.
Brand Collaborations sind längst nichts Neues mehr. Sneaker treffen auf Luxusmode, Designer auf Automarken, Künstler auf Möbelhersteller. Interessant wird es dort, wo nicht einfach zwei Logos aufeinandertreffen, sondern zwei Markenwelten eine dritte entstehen lassen.
Genau das versuchen The Hoxton und Lacoste mit ihrer neuen Kooperation. Im September 2026 verwandeln sie einen der traditionsreichsten Services der Hotellerie in etwas, das man wohl als fashionable Room Service bezeichnen könnte.
Statt ausschließlich Burger, Drinks oder ein spätes Frühstück zu bestellen, können Gäste der 19 Hoxton Hotels nun auch ein Polo, einen Hoodie, Pyjamas oder einen Bademantel aufs Zimmer ordern.
Und plötzlich klingt das Klopfen an der Hoteltür ein wenig interessanter.
Do not disturb. We’re getting dressed.
Im Mittelpunkt der Kooperation steht eine auf sieben Teile limitierte Capsule Collection, die The Hoxton gemeinsam mit Lacoste und dem in Los Angeles lebenden Künstler Michael McGregor entwickelt hat.

McGregor ist ein ziemlich perfekter Partner für dieses Experiment. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich immer wieder mit jenen Dingen, die normalerweise kaum jemand genauer betrachtet: Hotelbriefpapier, Menükarten oder andere beiläufige Objekte des Alltags werden bei ihm zu kleinen Designstücken.
Für The Hoxton x Lacoste hat er genau diese Beobachtungsgabe auf das Hotelleben übertragen.
Check-in. Room Service. Das Öffnen der Zimmertür. Dieser kurze Moment, in dem ein fremdes Zimmer für ein paar Tage zum eigenen wird.
McGregor übersetzt solche Situationen in Illustrationen mit kräftiger Typografie, Humor und einer Portion kalifornischer Nostalgie. Dazu kommen die klaren Linien und das unverkennbare Grün-Weiß von Lacoste.

Das Ergebnis bewegt sich irgendwo zwischen Hotel-Memorabilia, Streetwear und französischem Sportswear-Klassiker.
Das Krokodil checkt ein
Natürlich darf dabei jenes Kleidungsstück nicht fehlen, mit dem die Geschichte von Lacoste 1933 begann: das Poloshirt.
Für die Capsule Collection wird der Klassiker neu interpretiert. Ergänzt wird er durch grafisch bedruckte T-Shirts, Hoodies, Pyjamas und einen eigens entworfenen Bademantel. Alle Pieces sind unisex und in den Größen XS bis XL erhältlich, die Preise beginnen bei 95 Euro.
Doch eigentlich ist die Art, wie man an die Kollektion kommt, mindestens ebenso wichtig wie die Kollektion selbst.

Denn The Hoxton und Lacoste eröffnen keinen gewöhnlichen Pop-up-Store.
Der Shop ist das Hotelzimmer.
Wer eines der Pieces kaufen möchte, muss in einem der 19 Hoxton Hotels einchecken. Dort wartet eine spezielle Room-Service-Karte. Kleidungsstück auswählen, bestellen – und kurze Zeit später wird die Mode direkt an die Zimmertür geliefert.
E-Commerce könnte kaum weiter entfernt sein.
Und genau darin liegt der Reiz.
Ein Cheeseburger zum Hoodie
Damit das Spiel vollständig wird, hat Michael McGregor auch das kulinarische Room-Service-Menü kuratiert.

Darauf stehen seine persönlichen Hotelklassiker: Cheeseburger mit Pommes, französisches Omelett und Club Sandwich. Dazu gibt es Negroni, Mezcal Negroni oder Champagner.
Es ist keine Revolution der Gastronomie – und soll auch keine sein. Vielmehr entsteht eine liebevoll überzeichnete Vorstellung davon, was ein Aufenthalt im Hotel sein kann: ein bisschen Rückzug, ein bisschen Genuss, ein bisschen Inszenierung.
Vielleicht sitzt man also im neuen Lacoste-Bademantel auf dem Bett, isst Pommes und trinkt Champagner.
Warum eigentlich nicht?
Das Hotel als Bühne für Marken
Gerade darin wird die Kooperation interessant. Denn sie zeigt eine Entwicklung, die weit über eine Capsule Collection hinausgeht.
Hotels werden zunehmend zu kulturellen Plattformen. Sie sind Restaurants, Bars, Galerien, Shops, Treffpunkte und Orte, an denen Marken unmittelbar erlebt werden können. Für Fashion Labels eröffnet Hospitality damit etwas, das ein klassischer Store nur schwer bieten kann: Zeit.

Man betritt ein Hotel nicht für zehn Minuten. Man lebt für einige Stunden oder Tage darin.
Für Lacoste bedeutet das, die eigene Lifestyle-Welt in einen neuen Kontext zu stellen. Für The Hoxton wiederum wird Mode zu einer Verlängerung der eigenen Markenidentität. Und McGregor liefert jene Portion Individualität, die verhindert, dass daraus lediglich Merchandising wird.
Das Entscheidende ist dabei nicht das Logo.
Es ist das Ritual rundherum.
Einchecken. Karte entdecken. Bestellen. Klopfen an der Tür. Paket entgegennehmen. Anziehen.
So wird aus einem Produkt eine Erinnerung an einen Ort.
Souvenir 2.0
Vielleicht ist das ohnehin die schönste Idee hinter The Hoxton x Lacoste: die Neuinterpretation des Souvenirs.
Keine Schneekugel. Kein Kugelschreiber von der Rezeption. Kein Bademantel, der heimlich im Koffer verschwindet.

Sondern ein Kleidungsstück, das bewusst für einen Aufenthalt geschaffen wurde und später etwas von diesem Gefühl mit nach Hause nimmt.
The Hoxton feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Seit dem ersten Haus in Shoreditch hat sich die Marke von East London in Städte von Amsterdam über Paris, Rom und Berlin bis Wien, Los Angeles und Chicago ausgebreitet. Dabei gehört die Idee, ein Hotel nicht als abgeschlossene Welt, sondern als Teil seines Viertels und seiner kulturellen Szene zu verstehen, von Anfang an zur DNA der Marke.
Dass The Hoxton sein Jubiläumsjahr nun ausgerechnet mit einer Kollektion begeht, die man nur über den Room Service bekommen kann, wirkt deshalb erstaunlich konsequent.
Und Lacoste?
Das Krokodil hat schon viele Orte gesehen.
Jetzt hängt es eben am Do not disturb-Schild.







