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PImage LONDON: Actor Jude Law poses for a portrait shoot in London, UK. (Photo by Lorenzo Agius/Exclusive by Getty Images)

ICONIC – Die Kunst des gemeinsamen Blicks

Lorenzo Agius und Izzy Weissgerber zeigen auf Mallorca, wie Fotografie und Malerei zu einer gemeinsamen Bildsprache verschmelzen

Mit ICONIC zieht eine Ausstellung in die HMH Galeria in Port Andratx ein, die Fotografie und Malerei nicht als Gegensätze versteht, sondern als gleichberechtigte Gesprächspartner. Vom 22. August 2026 bis 6. Januar 2027 treffen die ikonischen Porträts des international renommierten Fotografen Lorenzo Agius auf die intuitiven, emotionalen Interventionen der Berliner Künstlerin Izzy Weissgerber. Das Ergebnis ist keine klassische Kooperation, sondern eine neue visuelle Sprache, in der Kontrolle und Hingabe, Schönheit und Verletzlichkeit miteinander verschmelzen.

Izzy Weissgerber and Lorenzo Agius „ICONIC by Lorenzo Agius & Izzy Weissgerber“ GALLERY WEEKEND 2026 © Clemens Porikys

Zwischen Glamour und Menschlichkeit

Seit den 1990er-Jahren gehört Lorenzo Agius zu den bedeutendsten Porträtfotografen der internationalen Film- und Modeszene. Seine Fotografien von Persönlichkeiten wie Cate Blanchett, Madonna, Ewan McGregor, Jude Law, Jack Nicholson oder Valentino haben längst Kultstatus erreicht. Doch Agius interessiert sich weniger für Prominenz als für den flüchtigen Moment dahinter.

Seine Bilder entstehen dort, wo Perfektion für einen Augenblick ihre Fassade verliert und Authentizität sichtbar wird. Statt Inszenierung sucht er emotionale Nähe. Seine Kamera beobachtet nicht – sie führt einen stillen Dialog mit ihrem Gegenüber.

Diese Fähigkeit machte ihn bereits mit seinen ikonischen Fotografien rund um Trainspotting und später während der Ära der britischen „Cool Britannia“ zu einem der prägendsten visuellen Chronisten seiner Generation. Heute befinden sich seine Werke unter anderem in der National Portrait Gallery und im Victoria & Albert Museum in London.

Wenn Farbe Emotion sichtbar macht

Wo Agius mit Licht arbeitet, setzt Izzy Weissgerber auf Intuition. Die deutsch-amerikanische Künstlerin verbindet Malerei, Zeichnung und Mixed Media zu Arbeiten, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entziehen.

Ein zentraler Ausgangspunkt ihrer Kunst ist ihre Synästhesie – die Fähigkeit, Menschen als individuelle Farben und Zahlen wahrzunehmen. Diese unsichtbaren Codes übersetzt sie in expressive Eingriffe, die Fotografien nicht übermalen, sondern emotional erweitern.

Ihre charakteristischen Porträts verzichten häufig auf den direkten Blickkontakt. Die Augen verschwinden hinter kräftigen Farbfeldern, wodurch sich der Fokus vom Äußeren auf die innere Energie der dargestellten Persönlichkeit verschiebt. Bekannt wurde Weissgerber international, nachdem Joe Dallesandro – Schauspieler und Muse Andy Warhols – eines ihrer Werke entdeckte und ein Porträt in Auftrag gab.

Ein kreativer Dialog statt einer Überarbeitung

Der besondere Reiz von ICONIC liegt nicht darin, dass Malerei Fotografien verändert. Vielmehr entstehen Werke, die sich zwischen beiden Disziplinen bewegen.

Weissgerbers Eingriffe überdecken die Fotografien von Agius nicht, sondern verdichten sie. Jede Farbschicht eröffnet neue emotionale Ebenen, ohne die ursprüngliche fotografische Sprache auszulöschen. Dadurch entwickelt sich zwischen beiden Künstlern eine geteilte Autorenschaft – eine visuelle Kommunikation, die weder der Fotografie noch der Malerei allein gehört.

Gerade in einer Zeit permanenter Bilderflut wirkt dieser Ansatz bemerkenswert entschleunigend. Statt Aufmerksamkeit durch Lautstärke zu erzeugen, fordert ICONIC Konzentration. Die Ausstellung lädt dazu ein, länger hinzusehen und jene Zwischentöne wahrzunehmen, die im digitalen Bilderstrom oft verloren gehen.

Port Andratx als Bühne für internationale Kunst

Nach ihrer viel beachteten Präsentation während des Gallery Weekends Berlin macht ICONIC nun Station auf Mallorca. In der HMH Galeria werden unter anderem Arbeiten mit Cate Blanchett, Madonna, Jude Law und Diana Ross gezeigt.

Die Ausstellung macht deutlich, dass Porträts weit mehr sein können als Abbilder prominenter Gesichter. Sie werden zu Projektionsflächen für Erinnerung, Emotion und Identität – und zeigen, wie kraftvoll Kunst wird, wenn unterschiedliche Handschriften nicht konkurrieren, sondern miteinander arbeiten.

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