Im November werden in Norditalien langsam die Winterjacken hervorgeholt. In einem besonderen Tal im Trentino gibt es jedoch noch einiges zu entdecken: Weinberge, alte Weinkeller, mittelalterliche Dörfer und Weihnachtsmärkte, die keine eigens gebaute Kulisse brauchen. Das Valle dei Laghi hält auch zu dieser Jahreszeit einige Überraschungen bereit.

Zwischen Gardasee und Dolomiten liegt das Valle dei Laghi, wo alpine und mediterrane Einflüsse aufeinandertreffen. Dank der milderen Luft vom Gardasee kann es hier selbst im Spätherbst angenehmer sein, als man es zwischen den Bergen Norditaliens erwarten würde. Und zwischen Seen und Weinbergen gibt es eine Tradition, die im November noch lange nicht abgeschlossen ist.
Nach der Weinlese geht es erst richtig los
Eine Besonderheit des Valle dei Laghi ist die weiße Rebsorte Nosiola. Ihr Name leitet sich vom italienischen nocciola, also Haselnuss, ab und verweist auf ihre feinen nussigen Noten. Aus diesen Trauben entsteht auch der berühmte Vino Santo Trentino.


Doch mit der Weinlese ist die Arbeit längst nicht vorbei. Ausgewählte Trauben werden auf Holzgestellen ausgelegt und über mehrere Monate getrocknet. Der Ora, ein Wind vom Gardasee, unterstützt diesen Prozess. Gepresst werden die Trauben traditionell erst um die Osterzeit.
Wenn wir also im November die Weingüter der Region besuchen, entsteht ganz in unserer Nähe bereits ein Wein, auf den man noch Monate warten muss. Und wenn wir schon einmal hier sind, lohnt es sich natürlich auch, ein Glas Nosiola zu probieren.
Morgens Apfel, abends Sauna
Ein guter Ausgangspunkt, um das Tal zu erkunden, ist das La Dolce Mela in Ciago. Der Apfel im Namen ist kein Zufall: Aus den eigenen Äpfeln wird hier unter anderem Saft hergestellt.


Morgens stehen frisches Brot, hausgemachte Kuchen, handgemachte Marmeladen, saisonales Obst und Käse aus der Region auf dem Tisch. Nach dem Frühstück mit Bio-Zutaten können wir zu den Seen aufbrechen, Weingüter besuchen oder durch die umliegenden Dörfer spazieren.
Und wenn wir genug unterwegs waren, beginnt der zweite Teil des Tages. Im La Dolce Mela erwarten die Gäste Massagen. Einige der Zimmer verfügen zudem über eine private Sauna und einen Whirlpool. Nach einem längeren Ausflug im November klingt das ziemlich verlockend.



Weihnachtsmarkt im alten Weinkeller?
In Rango werden die Weihnachtsstände im Advent nicht einfach auf dem Dorfplatz aufgebaut. Auch die gewölbten Durchgänge, alten Innenhöfe und Keller der mittelalterlichen Häuser füllen sich mit Kunsthandwerk, regionalen Produkten und Besuchern.
Ähnlich ist es in Canale di Tenno, wo schmale Gassen und historische Gebäude zur Kulisse des Weihnachtsmarktes werden. Hier muss niemand ein Weihnachtsdorf nachbauen. Die Häuser stehen schließlich schon seit Jahrhunderten.

Und genau das macht den Reiz aus. Plötzlich können wir einen Blick in Räume werfen, an denen wir sonst vielleicht einfach vorbeigegangen wären.
Die Trauben warten noch auf den Frühling, die Dörfer bereiten sich bereits auf Weihnachten vor. Und wir kommen genau dazwischen. Vielleicht ist das sogar der beste Zeitpunkt.






