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Monad Origin: Wenn Klang Form annimmt

Das belgische Studio Monad Origin verwandelt Frequenzen in Möbel, Skulpturen und räumliche Erfahrungen. Während der Berlin Art Week zeigt das Duo Nick Peeters und Anujin Byambaa mit WITNESS, wie aus etwas Unsichtbarem etwas Bleibendes entstehen kann.

Ein Ton ist flüchtig. Er entsteht, breitet sich aus und verschwindet. Für Monad Origin ist genau das der Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Designpraxis.

Das belgische Studio von Nick Peeters und Anujin Byambaa übersetzt rohe Klangfrequenzen in physische Formen. Tische, Sessel, Gefäße und Skulpturen entstehen nicht aus klassischen Entwürfen oder Moodboards, sondern aus den geometrischen Strukturen von Vibration.

Function follows Frequency

Bei Monad Origin beginnt Design nicht mit einer Funktion, sondern mit einer Frequenz. Diese wird in räumliche Parameter wie Proportion, Spannung, Volumen und Leere übersetzt. Erst danach entscheidet sich, ob aus einer Form ein Tisch, ein Sitzmöbel oder vielleicht doch eine reine Skulptur wird.

Die Objekte wirken dadurch weniger entworfen als entdeckt. Selbst ihre Namen dokumentieren den Prozess: Study for a Lounge Chair (B) [14Hz | 15Hz | 14Hz] verweist direkt auf jene Frequenzen, aus denen die Form hervorgegangen ist.

Ein besonders schönes Beispiel ist der Side Table [30Hz 0.4y – 26Hz 0.8y] aus Aluminium. Monad Origin beschreibt ihn als eingefangenen Moment der Resonanz – beinahe als Fossil einer Frequenz.

Von Brüssel nach Berlin

2026 präsentierte Monad Origin seine Arbeiten bereits bei COLLECTIBLE Brussels, bei FORMA während des Madrid Design Festival und bei SOLIDIFIED im Rahmen der Milan Design Week.

Nun folgt mit WITNESS während der Berlin Art Week eine weitere Entwicklung der Idee.

Vom 9. bis 13. September bespielt Monad Origin den neuen Kunstraum DISTILL in Berlin-Neukölln. Die Ausstellung erweitert das Prinzip über Designobjekte hinaus: Skulptur, Licht, Vibration und live erzeugte Bilder treffen aufeinander. Klang wird hier nicht nur in Materie übersetzt, sondern auch in Bewegung und Raum.

Zu den neuen Arbeiten zählen der Wing Lounge Chair, entstanden aus dem Frequenzintervall 16,4 bis 17,3 Hz, sowie die Aluminiumserien Talisman und Vessels.

Die persönlichste Frequenz

Besonders spannend ist die Möglichkeit, ein individuelles Artefakt aus einem persönlichen Klang entstehen zu lassen – aus einer Stimme, einer Erinnerung oder einem bestimmten Moment.

Der Klang wird durch das System von Monad Origin in eine einzigartige Form übersetzt. Nicht Dekoration oder Personalisierung stehen im Mittelpunkt, sondern die Idee, etwas Flüchtiges dauerhaft werden zu lassen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Faszination von Monad Origin: Hinter Technologie, Frequenzanalyse und Materialexperiment steckt eine sehr menschliche Frage.

Wie lässt sich etwas festhalten, das eigentlich dazu bestimmt ist, zu verschwinden?

WITNESS – Monad Origin

DISTILL, Donaustraße 16, Berlin-Neukölln
9.–13. September 2026
Opening & Performances: 10. September, 18–21 Uhr

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