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Wo die Tür zum Dorf offen bleibt

Über den Dächern von Meran liegt ein Haus mit Stammtisch und Infinity Pool, das nie nur ein Ort für Gäste war, sondern immer auch ein Stück Marling.

Meran ist bekannt. Aber Marling? Das Dörfchen am Hang über der Kurstadt scheint das in aller Ruhe zu tun. Beobachtend. Aber niemals von oben herab. Es hat sein Eigenleben, auch unabhängig von der Hauptsaison. In seinem Rücken Apfelbäume, Wein und der Marlinger Waalweg. Nach vorne hinaus die Dächer von Meran mit seiner Kuratmosphäre und der Pferderennbahn. Und zwischendrin das 5 Sterne Luxushotel La Maiena Meran Resort.

Als in den 1960er Jahren der Sohn einer Wirtsfamilie ein Tanzlokal mit Bowling- und Kegelbahn eröffnete, sorgte das im idyllischen Dorfleben für ganz schön viel Aufsehen. Und dem beliebten „Nörder“ wurde damals sogar die Lizenz genommen. So wurde die Musik also leiser gedreht und aus der Diskothek eine Weinstube mit Gastwirtschaft. 1977 kamen die ersten Zimmer – und mit ihnen auch die Tennisplätze. Ein Hype, der aktuell nicht zuletzt dank Jannik Sinner neuen Aufschlag erhält.

2018 übernahm mit Mathias und Evelyn Waldner die dritte Generation das Hotel und tat das, was gute Familienbetriebe können: weiterbauen, ohne neu anfangen zu wollen. Über den Dächern entstand ein neuer Gästetrakt mit Whirlpool. Unten öffnete ein Spa samt Friseurstudio – ein Ort für Gäste genauso wie für Marlinger. Sattes Grün, eine lebendige Mooswand und feine Goldakzente holen die Farben des Stammhauses ins Heute – ohne ihm den Charakter auszureden.

Eine steinerne Treppe führt dorthin, wo alles begann: zur Nörder Bar. Genau so, wie die Waldners und ihr langjähriger Barmann Silviu sie immer gesehen haben. Obwohl sich optisch einiges verändert hat, ist der Grundgedanke der gleiche: Hier trifft man sich, hier spielt man Karten, hier mischen sich Einheimische mit Gästen. Bestellt werden der Malena Spritz oder der Hausschnaps von Hausmeister Franz. Der ist zwar längst in Pension, gärtnert aber noch hier und da und macht sich mit der geheimen Rezeptur des Tröpfchens unentbehrlich.

Schritt für Schritt bewegt man sich im La Maiena so durch die vielen Leben, die dieses Haus schon gesehen hat. Wer den gepflegten Teppichboden unter den Füßen spürt, befindet sich im Stammhaus aus den 1970er Jahren. In der Stube aus den 1980er Jahren macht man es sich vor allem im Winter gemütlich. Und wer ins Restaurant gehen will, kommt unweigerlich am ältesten Teil des Hauses vorbei. Der große Stammtisch mit einer Tischplatte aus der alten Vertäfelung der einstigen Bar – ein Möbelstück, das wohl mehr Geschichten kennt als so mancher Dorfbewohner. Hier finden Weinverkostungen statt und hier trifft sich Familie Waldner auch zum Frühstück oder für die ein oder andere Besprechung.

Kein Wunder, dass die beiden Kinder von Mathias und Evelyn in diesem Umfeld selbst schon Pläne schmieden. Ihr wohl nicht ganz uneigennütziger Wunsch für den nächsten Sommer ist ein mobiler Bauchladen mit Eis für das Pool.

It takes a village…

Generation für Generation wächst das Haus in Marling also weiter – nicht nur als Hotel, das nach den Sternen greift, sondern auch als Teil des Lebens. Mit den Verwandten der Waldners, die ihren Wein beisteuern. Mit Gästen, die hier vielleicht selbst schon als Kinder über einem Teller Spaghetti eingeschlafen sind. Mit Mitarbeiter*innen, deren Eigenheiten das Haus prägen. Und mit dem Dorf, das nicht vor der Tür endet, sondern mitten durch das La Maiena Meran Resort führt – mit beschwingten Schritten nach einem Abend an der Nörder Bar und einer Geschichte mehr auf den Lippen.

Fotos: www.lamaiena.it I Armin Terzer / TVB Marling / Florian Andergassen

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