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Eine Villa mit dem Meer im Blick

An der toskanischen Küste hat Pierattelli Architetture eine Residenz aus den 1950er-Jahren neu gestaltet. Ihre Architektur folgt dem felsigen Gelände – und einem Horizont, der die Räume prägt.

Von einigen Bereichen dieser Villa aus ist ausschließlich das Meer zu sehen. Kein Küstenstreifen, kein benachbartes Gebäude lenkt den Blick ab. Dieses besondere Verhältnis zum Wasser wurde zum Ausgangspunkt für Pierattelli Architetture: Das Büro hat eine bestehende Residenz am Argentario so umgebaut, dass der mediterrane Horizont im ganzen Haus spürbar wird.

Die 450 Quadratmeter große Villa liegt auf einem felsigen Küstenvorsprung, verteilt sich über drei terrassierte Ebenen und verfügt über einen direkten Zugang zum Meer. Ihre ursprünglichen Formen und Volumen blieben erhalten. Die Veränderung liegt vor allem darin, wie sich die Räume öffnen, miteinander verbinden und in die Landschaft übergehen.

Ein Gedanke aus der Nautik

Die Vorstellung, sich an Bord einer Yacht zu befinden, begleitete den Entwurf. Sie erklärt die lang gezogenen, dezent getönten Bänder entlang der Terrassen und des Dachprofils ebenso wie die neu gestalteten Außenflächen. Die Terrassen wurden erweitert und teilweise neu geordnet, um die Nähe zum Wasser stärker erlebbar zu machen.

Große Glasflächen holen Tageslicht ins Haus und geben den Blick auf das Mittelmeer frei. Die ursprünglichen Steinflächen der Fassade halten die Verbindung zum felsigen Standort. Dazwischen entsteht eine Architektur, deren nautische Anklänge zurückhaltend bleiben: Entscheidend sind die Proportionen, die horizontalen Linien und die Ausrichtung zum Meer.

Auch im Inneren wurden die Wege und Raumbeziehungen neu organisiert. Der Haupteingang liegt auf der oberen Terrasse, auf der Ebene der Schlafräume. Eine ergänzte Außentreppe führt zu den tiefer gelegenen Terrassen. Darunter befindet sich der Mittelpunkt des Hauses: Wohnbereich, Küche und Esszimmer, die sich zu Außenflächen mit Sitzgelegenheiten und Platz für gemeinsame Mahlzeiten öffnen.

Holz, Travertin und wenige Farbakzente

Die Innenräume greifen die Farben und Materialien des Ortes auf. Holz trifft auf Travertin, einen Stein mit langer Tradition in der toskanischen Baukultur. Beige und Weiß bestimmen die Palette; einzelne Elemente in Rot oder Blau setzen Akzente.

Sitzmöbel mit fließenden Konturen ergänzen diese ruhige Grundlage. Leuchten von Flos und Tische von Gervasoni stehen neben zahlreichen Entwürfen des Architekturbüros. Küchen, einige Betten und die Portale zwischen den Räumen wurden eigens für das Haus gestaltet. Dadurch zieht sich eine gemeinsame gestalterische Sprache durch die unterschiedlichen Ebenen.

Die Holzböden entstanden in Zusammenarbeit mit Fiemme 3000. Auf den Terrassen kommen ebenfalls Holzböden zum Einsatz, während auf der untersten Ebene helle Resinböden und äußere Wege aus Naturstein die Materialpalette erweitern. Bei den Fenster- und Türelementen aus gebürstetem Stahl und Cortenstahl schützt eine spezielle Beschichtung vor der salzhaltigen Meeresluft. Die exponierte Lage bestimmt damit auch Details, die im fertigen Raum kaum auffallen.

Eine Landschaft, die weiterwächst

Zum Projekt gehören rund 1.800 Quadratmeter Außenflächen. Ihre Neugestaltung nutzt die vorhandene Terrassierung und schafft zusätzliche begrünte Bereiche. Ein Infinitypool mit Blick auf das Meer fügt sich in diese Struktur ein.

Die Bepflanzung ist auf Entwicklung angelegt. Mit der Zeit soll sie die Stützmauern bewachsen, die stellenweise bis zu fünf Meter hoch sind, und die Präsenz des Gebäudes an der Küste mildern. Während die Innenräume bereits ihre neue Ordnung gefunden haben, wird sich das Verhältnis zwischen Haus und Landschaft weiter verändern.

Darin liegt eine besondere Qualität dieses Umbaus: Die Villa behält ihre Geschichte und gewinnt zugleich eine neue Offenheit. Der Blick führt hinaus aufs Wasser; die Vegetation wird allmählich näher an die Architektur heranrücken. Beides gibt dem Haus seinen Rhythmus.

Architektur: Pierattelli Architetture
Fotografie: Thomas Pagani
Styling: Giulia Red

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