winter jewels

Was ist Luxus?
Auf diese einfache Frage gibt es viele Antworten. Manchmal ist Luxus kaum erschwinglich, manchmal auch kostenlos. Für die einen ist er die Nerz-Patchwork Mütze um wohlfeile 560 Euro, für andere der Sonnenuntergang vor einer spektakulären Bergkulisse.

Manchmal ist er auch nur das Lächeln eines Menschen, er kann aber auch die Terrasse der eleganten Suite eines großartigen Hotels sein. Aber eines ist Luxus immer: kostbar. Den vielen Facetten des winterlichen Luxus ist diese Ausgabe des Stylemate gewidmet.

Wir wünschen Ihnen luxuriöses Lesevergnügen!
Thomas Holzleithner & Hardy Egger
HERAUSGEBER

FÜR IMMER SKI

Manche luxuriösen Skigebiete sind schon seit mehr als 100 Jahren on top. St. Moritz zum Beispiel. Andere sind Shootingstars der letzten Jahre. Und dann gibt es noch die völlig unbekannten und die in Vergessenheit geratenen. Ein Streifzug durch die Vergangenheit und Gegenwart des Wintersports.

Fünf Ski-Weltmeisterschaften fanden in dem legendären Schweizer Ski-Ort statt. Die erste 1934, die jüngste 2017. Und auch James Bond, der wohl berühmteste Brite auf Skiern, war hier unter der Choreografie des Österreichers Willi Bogner zugange. Einziger, wenn auch ziemlich großer Wermutstropfen: St. Moritz musste im
James-Bond-Streifen „Der Spion, der mich liebte“ als österreichisches Ski-Gebiet auftreten.

Dass St. Moritz im letzten weltweiten Ranking der Online-Plattform skigebiete-test.de nicht einmal unter den Top 10 rangiert, ist eine weitere Demütigung. Immerhin: Im Konkurrenz-Ranking von skiresort.de landet das Skigebiet im Engadin noch auf Rang 10, allerdings ex aequo mit dem Skicircus Saalbach- Hinterglemm/Leogang-Fieberbrunn, Arosa Lenzerheide, Mayrhofen, der Zillertal Arena, Les 3 Vallées, Serfaus-Fiss-Ladis, Vail und Tignes-Val d’Isère.

An der Spitze haben beide Tester traditionsreiche österreichische Ski-Regionen. skigebiete-test.de rankt „Ski Arlberg“ ganz vorne, skiresort.de dagegen Kitzbühel/ Kirchberg, kurz KitzSki. Man könnte die beiden maßgeblichen Skigebiet-Rankings auch als Beispiel dafür verwenden, wie subjektiv und daher wenig aussagekräftig Rankings überhaupt sind. Aber immerhin neun Regionen haben es in die Top-10- Liste beider „Skigebiet-Ratingagenturen“ geschafft. Allerdings liefert nur skigebiete-
test.de eine eindeutige Rangfolge von 1 bis 10. skiresort.de dagegen vergibt gleich acht 2. und neun 10. Plätze, jeweils ex aequo. Damit niemand beleidigt ist? Aber ganz ohne Beleidigung geht es trotzdem nicht.

DIE SKIGEBIETE IM VERGLEICH

SKIGEBIETE-TEST.DE

1 Ski Arlberg
2 Zermatt
3 Serfaus Fiss Ladis
4 Saalbach Hinterglemm
Leogang Fieberbrunn
5 Ischgl – Samnaun
6 Gröden / Val Gardena
7 Vancouver – Whistler
Blackcomb
8 Sölden
9 Vail
10 Tignes / Val d’Isère

SKIRESORT.DE

1 Kitzbühel / Kirchberg
2 Ischgl / Samnaun
Gröden / Val Gardena
Ski Arlberg
Sölden
Wilder Kaiser-Brixental
Kaltenbach-Hochzillertal-
Hochfügen
Schladming
Whistler Blackcomb
10 St. Moritz
Saalbach-Hinterglemm-
Leogang-Fieberbrunn
Arosa Lenzerheide
Mayrhofen
Zillertal Arena
Les 3 Vallées
Serfaus Fiss Ladis
Vail
Tignes / Val d’Isère

Wirklich verletzt könnte etwa Cortina d’Ampezzo über die Bewertung im Ranking sein. Das renommierte Skigebiet in den Südtiroler Dolomiten ist beiden Rankings keine Erwähnung wert. Obwohl es dreimal Ski Weltmeisterschaften – die jüngste allerdings 1956, also vor 62 Jahren, dafür gleichzeitig mit Olympischen Spielen – austrug. Und im Gegensatz zu St. Moritz durfte Cortina sich in einem James-Bond-Film auch namentlich in Szene setzen: „In tödlicher Mission“ lieferte sich Roger Moore dort gleich mehrere Gefechte, nicht nur auf der Skipiste, sondern auch der Bobbahn, dem Eislaufplatz und sogar der Skischanze.

Vielleicht ist es ja überhaupt lohnender, die Berücksichtigung in James-Bond-Filmen als Qualitätskriterium für Skiregionen heranzuziehen. Daniel Craig kämpfte sich in „Spectre“ 2015 durch das Tiroler Sölden, Pierce Brosnan fuhr 1999 mit „Elektra“ Sophie Marceau in Chamonix um die Wette („Die Welt ist nicht genug“), Timothy Dalton wurde in „Der Hauch des Todes“ von der tschechoslowakischen Grenzpolizei am Kärntner Weißensee durch den Schnee gejagt. Tschechische Grenzpolizei? Ja, die Weißensee-Region agierte in der Rolle des tschechoslowakisch-österreichischen Grenzgebiets. Aber in dem Film musste auch Wien in die Rolle der heutigen slowakischen Hauptstadt Bratislava schlüpfen. Zu erwähnen wäre da auch noch Mürren in der Schweizer Jungfrau-Region, ganz genau das Schilthorn. Dort entkam James-Bond-Darsteller George Lazenby auf Skiern seinen skrupellosen Verfolgern. Und kämpfte sich auch durch den Talort Mürren sowie das benachbarte Grindelwald. Außereuropäische Skiregionen spielen sowohl in den Rankings (sieht man von Ausnahmen in Kanada und den USA ab) als auch in James-Bond-Filmen keine großen Rollen. Nur so ist es etwa zu erklären, dass das erwähnte Tiefschneeerlebnis von Pierce Brosnan zwar in Aserbaidschan spielte, aber in Chamonix gedreht wurde. Dabei hat die ehemalige Sowjetrepublik – so wie alle Kaukasus-Staaten der ehemaligen Sowjetunion – durchaus beeindruckende Skigebiete mit spektakulärer Gebirgskulisse zu bieten.

SKI GESCHICHTEN

  • Aspen in Colorado gilt heute als die reichste Stadt der USA. Ein Haus kostet dort im Schnitt 1,5 Millionen Dollar. Ihre Karriere als traditionsreiches Skigebiet (Alpine Sk WM 1950) verdankt Aspen dem Niedergang des Silber-Bergbaus im Jahrhundert, der nach einer Neuausrichtung rief.
  • Der österreichisch-ungarische Generalmajor Theodor von Lerch brachte den Skilauf Anfang des 20. Jahrhunderts nach Japan. In der Stadt Jōetsu, einer bekannten (wenn auch nach europäischen Standards eher unspektakulären) Skiregion, steht heute noch ein Denkmal für den Skipionier.

Theodor von Lerch
Skipionier Theodor Edler von Lerch bestieg
den Fuji 1911 erstmals auf Skiern.
  • In der Schweizer Skiregion Adelboden befindet sich angeblich die erste Snowfarming- Skipiste der Schweiz. Dafür wird Schnee gut isoliert übersommert, damit bereits ab Oktober vor dem ersten Schneefall eine Piste präpariert werden kann. Snowfarming gibt es aber zum Beispiel auch in Kitzbühel oder für die Langlaufloipen von Seefeld, Ramsau oder Davos.
  • Die größten Skigebiete der Welt befinden sich in Frankreich (und der Schweiz): Les Portes du Soleil erstreckt sich über beide Länder und umfasst angeblich 650 Pistenkilometer. Les Trois Vallées (Val Thorens, Méribel und Courchevel) in Frankreich hat zwar um 50 Kilometer weniger, dafür ist das Gebiet „zusammenhängend“. Auf rund 400 Kilometer kommen „Les Quatre vallées“ (Verbier) im Schweizer Wallis.