SEVEN NORTH by Eyal Shani: the “King of Cauliflower” // FOOD

Seven North ,(c)Sandy Aaron

Das Seven North im 7. Bezirk ist bereits das zweite Kulinarikprojekt in Wien des renommierten israelischen Starkochs Eyal Shani, der als „King of Cauliflower“ bezeichnet wird, dank der tollen Zubereitung desselbigen.

Seven North Vienna

Das Seven North vereint eine umfangreiche Palette an farbenprächtigen, aromatischen Zutaten mit einer dynamischen, beinahe chaotischen Atmosphäre, in der die Gäste über frisches, einfaches Essen zueinander finden,

sagt Eyal.

Während wir zu Hause alleine oder mit unserer Familie klarkommen mussten, teilte das Seven North einfache wie schmackhafte Rezepte auf Instagram. Es gab „Eggplant lines“, „Tahini sauce“, „Melting Spinach Steams“ und „Espresso Martini“, mit denen etwas von der dynamischen, leicht chaotischen Atmosphäre in die eigene Küche gekommen ist.


Der „King of cauliflower“ genannte und bekannte Koch Eyal Shani über sein Leben während und nach dem Lock down, über das Gute, dass man auch in weniger schönen Situationen finden kann und wie man im Essen sich selbst findet.

Interview: Nina Prehofer

Warum war es für Sie selbstverständlich, Ihre Rezepte auf Instagram zu „enthüllen“?

Ich stelle meine Rezepte nicht auf Instagram, ich fotografiere nicht mein Essen, technisch ja, aber ich zeige damit die Bedeutung, die Energie des Essens. Ich meine, ich fotografiere nicht das Essen, um es zu zeigen.

Ich fotografiere den Gedanken, ich fotografiere das Gefühl, ich fotografiere meine Sinne, die ich versuche zu übersetzen, sie in etwas Reales umzuwandeln, das am Ende Essen ist, aber eben so viel mehr.

Denken Sie, dass die Menschen es nach dieser Zeit des „Verzichts“ noch mehr schätzen, Ihre Kreationen in Ihren Restaurants zu essen?

Ich habe die Welt in zwei Teile geteilt: den Teil vor Corona und die Atmosphäre nach Corona. Es gab einen großen „Lärm“ auf der Welt, bevor Corona erschien. Die Geschwindigkeit war so hoch und unter dieser Geschwindigkeit können die meisten Dinge nicht existieren.

Seven North Vienna

Jeder von uns hat einen neuen Fokus in sich gefunden, den man draußen nicht finden kann. Das neue Gefühl im Inneren veränderte die Sichtweise nach außen und ließ die Menschen die Gedanken hinter den Kreationen schätzen.

Wie hat sich der Lock down auf den Teamgeist ausgewirkt?

Ich denke, dass der Lock down alle dazu gebracht hat, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. In dieser Situation fanden ganz besondere Treffen statt. Jeder meiner Mitarbeiter fand einen völlig anderen Menschen und eine andere Seele in sich, die so lange auf dieses entdeckt werden wartete.

Seven North Vienna

Dann, als wir öffneten, trafen wir uns alle wieder und ich fühlte etwas tieferes in mir, ich fühlte etwas frischeres, knackigeres in ihnen, ich fühlte, dass sie zuhören und nicht auf das nicht endende Geräusch, das sie umgibt, achteten, stattdessen hören sie auf einen kleinen Puls des Herzens, das sie noch nie gehört haben.

Das Ergebnis ist, dass wir stärker sind zusammen und das Essen und die Energie in den Restaurants viel besser sind als je zuvor.

Wie hat es sich für Sie angefühlt, Ihrer Arbeit nicht nachgehen zu können?

Ich habe gearbeitet; Ich habe nicht aufgehört, meine Arbeit zu tun, meine Arbeit hat sich gewandelt. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mit meinen Leuten zu sprechen, um zu versuchen, die Bewegung der Welt zu verstehen, um zu versuchen, die Zukunft zu verstehen, den Charakter des Essens, den es in Zukunft haben wird.

Wenn auf der Welt etwas so großes und drastisches passiert, arbeiten Sie die ganze Zeit.

Können Sie aus professioneller Sicht etwas Positives aus dem Lock down ziehen?

Ich habe die Geschwindigkeit und die Energie geändert

Anstatt es nach draußen zu geben, um allem zu folgen, wandelte ich sie in eine tiefe innere Energie um und von diesem Standpunkt aus konnte ich alles klarer sehen und besser kochen.

Konnten Sie die Zeit nutzen, um etwas Neues zu entwickeln, zum Beispiel neue Gerichte? Wenn ja, wie war das Ergebnis?

Das ist eine gute Frage. Ich zermarterte mein Gehirn, um das zukünftige Essen der Welt zu finden. Drei Monate habe ich alleine darüber nachgedacht. Ohne nichts zu verstehen, ohne eine Vision zu sehen, und eines Tages verstand ich alles. Vor Corona fanden wir das Essen der Zukunft. Essen ist nicht nur Essen, es ist die Umwelt, die Menschen, die es schaffen, die Beziehungen zwischen den Menschen in unserem Team, die Arbeitsweise, die Art und Weise, ein Unternehmen zu führen, das Glück unserer Kunden, die Frage der Aufmerksamkeit, des Respekts der Menschen und das Essen zu respektieren.

Seven North Vienna

Die Art und Weise, wie wir unser Essen kreieren und über Essen nachdenken, unsere „Religion“ fanden wir schon vor Corona, jetzt müssen wir nur sehr kleine Änderungen vornehmen und es für die Zukunft rahmen.

Was sind Ihre Gefühle für die nächsten Monate?

Die Welt hat sich verändert. Es wird viel intimer sein. Ich denke, dass alle Rahmen, die die Welt hatte, geschmolzen sind, also müssen wir einen neuen Rahmen bauen. Die Menschen werden viel mehr zusammen sein, sie werden nicht versuchen, den äußeren Geräuschen und der hohen Geschwindigkeit zu folgen, sie werden versuchen, sich selbst zu finden.

Eyal Shani
Eyal Shani, Photo: Ariel Efron

Eine der besten Möglichkeiten, sich selbst zu finden, besteht darin, das Essen zu finden, das in diese Art von Leben passt.

Der renommierte Chef, Eyal Shani, vertraut bei seinem Menü auf frische Zutaten und südlich-mediterrane Aromen. Das Seven North in Wien reiht sich zu Shanis beachtlicher Liste an Lokalen hinzu. Erst kürzlich eröffnete der israelische Starkoch das HaSalon in New Yorks Hell’s Kitchen. Dazu gesellen sich das North Abraxas, Port Said, Romano und HaSalon in Tel Aviv und das Miznon, das in Paris, der Wiener Innenstadt, sowie Melbournes zentraler Hardware Lane und New York-Chelsea Market zu finden ist.  

Photos: Seven North


SEVEN NORTH by Eyal Shani
Schottenfeldgasse 74
1070 Wien, Östrreich
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