Warum Zugehörigkeit dort entsteht, wo Menschen einander begegnen
Wenn Heimat mehr ist als ein Ort
In einer Zeit, in der Migration meist in Zahlen, Gesetzen oder politischen Debatten beschrieben wird, erinnert der Kurzfilm In the Same Light daran, dass hinter jedem Begriff ein Mensch steht.
Die in New York lebende äthiopische Regisseurin Herrana Addisu erzählt keine Geschichte über Grenzen. Sie erzählt von Nachbarn, Eltern, Unternehmern, Künstlern und Freunden – Menschen, die längst Teil des gesellschaftlichen Lebens geworden sind und dennoch häufig als Außenstehende wahrgenommen werden.
Der Film entstand für NOWNESS in Zusammenarbeit mit Communities United for Status & Protection (CUSP) und richtet den Blick bewusst auf den Alltag statt auf Schlagzeilen.
Menschlichkeit beginnt im Alltag
Es sind kleine Szenen.
Ein Morgen zu Hause. Der Weg zur Arbeit. Gemeinsame Mahlzeiten. Kreative Momente. Gespräche mit Freunden. Augenblicke der Stille.
Gerade diese scheinbar unspektakulären Bilder machen deutlich, was oft übersehen wird: Zugehörigkeit entsteht nicht durch Dokumente allein. Sie wächst dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Beziehungen pflegen und Gemeinschaft mitgestalten.
Herrana Addisu verzichtet bewusst auf dramatische Inszenierungen. Stattdessen beobachtet sie mit großer Ruhe und Nähe. Dadurch entsteht ein Film, der weniger argumentiert als fühlen lässt.
Eine andere Perspektive auf Gesellschaft
In the Same Light erzählt von Menschen mit Temporary Protected Status (TPS), die ihre Heimat aufgrund von Krieg, Naturkatastrophen oder politischer Instabilität verlassen mussten.
Doch der Film interessiert sich weniger für ihren rechtlichen Status als für ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft.
Er zeigt Menschen, die Unternehmen führen, Kinder großziehen, Kunst schaffen und Nachbarschaften prägen. Menschen, deren Leben längst mit jenem ihrer Umgebung verwoben ist.
So entsteht ein Perspektivwechsel: Nicht die Unterschiede stehen im Mittelpunkt, sondern das Gemeinsame.
Die Kraft gemeinsamer Menschlichkeit
Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung erinnert In the Same Light an eine einfache Erkenntnis:
Gemeinschaft entsteht dort, wo wir beginnen, den anderen nicht mehr als Fremden zu betrachten.
Der Film lädt dazu ein, den Blick zu verändern – weg von Kategorien, hin zum Menschen.
Vielleicht beginnt genau dort jene Form von Verbundenheit, die unsere Gesellschaft heute dringender braucht als je zuvor.







