Voco Hotel, Yarra Valley/Australien: Urlaub im Lavendelfeld // HOTEL

Die InterContinental Hotels Group setzt mit ihrer neuen Lifestyle-Marke Voco auf lässigen Luxus. Nun soll eines der Boutique-Hotels im australischen Wein-Mekka Yarra Valley inmitten von 11.000 Quadratmetern Lavendelfeldern gebaut werden.

Duft nach Lavendel

Die Farbe Lila, soweit das Auge reicht. Dazu der Duft nach Lavendel, der nach einem Regenguss besonders intensiv ist. Das Yarra Valley südlich von Melbourne ist nicht nur eine bekannte Wein-Destination, der Reiseführer Lonely Planet verortet in dieser Gegend auch die malerischsten Lavendelfarmen. Vor dieser Kulisse, eingebettet in ein gespiegeltes Labyrinth aus Lavendelbeeten soll ein neues Luxus-Boutique-Hotel gebaut werden. Das australische Architekturbüro Hachem lieferte den Entwurf für den außergewöhnlichen Hotelbau.

Lavendelbeete, Voco Hotel, Hachem
Das Hotel Voco soll in einem Labyrinth aus Lavendelbeeten errichtet werden.

Das Hotel hat die Form eines Hufeisens, das an einem Ende fünf Stockwerke in die Höhe ragt und am anderen in einem verlaufenden Bogen auf das Bodenniveau trifft. Das Design ist auf eine möglichst freie Sicht von jedem Blickwinkel auf die umliegende Landschaft ausgerichtet.

Durch die U-Form und den geschwungenen Baukörper spiegelt das Design die naturgegebene Neigung der umliegenden Hügel wider,

erklären die Architekten von Hachem.

Die asymmetrische Struktur schwingt sich um einen geschützten Hof, der das Herz des Hotels bildet.

Architektur, die einem Plot folgt

Das Architekturbüro Hachem hat sich einer erzählerischen Planung verschrieben. Anstatt nur Gebäude und Innenräume zu konzipieren, sollen mithilfe von Architektur und Interior Design Geschichten erzählt werden.

„Wir sehen uns nicht als bloße Architekten, Designer und Erbauer. Wir erzählen Geschichten, verdichten sie und machen sie für andere erlebbar“, postuliert Hachem.

„Subtile und zurückhaltende Details, dramatische und spielerische Elemente werden ausgespielt, sowie sich die Narrative entwickelt“, beschreibt das Architekturbüro seine Arbeit.

Eingang Voco Hotel, Hachem
Mit seiner neuen Marke Voco will die Intercontinental Gruppe ein ländliches Boutique-Hotel im Luxussegment launchen.

Die Geschichte des Voco Hotels, einer neuen Marke der InterContinental Hotels Group, dreht sich um den Plot „Hidden Pleasures“. Der 120-Millionen-Dollar-Bau im ländlichen Yarra Valley will seine Gäste künftig mit versteckten Kleinoden überraschen, „die sich hinter jeder Ecke entdecken lassen“. Dazu zählen laut Konzept unerwartete Formen und Perspektiven ebenso wie verborgene Durchgänge und gemütliche Nischen.

Eine neue Ländlichkeit

Auch das Interior-Konzept folgt diesem Plot. Natürliches und künstliches Licht sollen sich gegenseitig ergänzen und eine elegante Stimmung schaffen. Durch den Wechsel von glatten und strukturierten Oberflächen und die Kombination unterschiedlicher Materialien schaffen die Architekten eine spannungsvolle Beziehung, deren oberstes Ziel dennoch die Behaglichkeit ist.

Garderobe, Voco, Hachem
Die Farbgebung ist sehr zurückgenommen.
Bathroom, Voco, Hachem
Dafür wird Spannung durch die Wahl von Oberflächen und Materialien erzeugt.

Wir erzählen Geschichten, verdichten sie und machen sie für andere erlebbar.

Hachem Architekten

Naturbelassenes Holz, Leder, Naturstein, Fliesen und weiche Textilien in zurückgenommener Farbgebung stehen für eine Art luxuriöser Ländlichkeit. Eine, die den romantischen Landhausstil hinter sich gelassen und sich stattdessen einer zurückgenommenen Gediegenheit verschrieben hat. Ein Thema, das sich konzeptionell durchzieht. Damit möchte sich das Boutique-Hotel im oberen Luxussegment positionieren. 

Lavendel-Gin aus der Boutique-Destillerie

Bislang existiert das Hotel allerdings nur am Papier, die Einreichpläne liegen derzeit bei der Baubehörde von Lilydale. Für künftige Besucher sind 196 Zimmer und 20 Design-Hütten geplant. Neben Konferenz-Räumen, einem Spa und einem Restaurant wird das Hotel auch eine Boutique-Destillerie beherbergen.

Room, Voco, Hachem
Der Schwung im architektonischen Konzept findet sich auch im Inneren wieder.

Der Beherbergungsbetrieb wird inmitten von Lavendelfeldern liegen, die sich über eine Fläche von 11.000 Quadratmeter erstrecken. Diese sind nicht als Ziergarten gedacht, sondern sollen als Lavendel-Farm in vollem Umfang bewirtschaftet werden. Die hier hergestellten Lebensmittel-, Genuss- und Kosmetik-Produkte können im Lavender Experience Center erstanden werden. Zu den Aushängeschildern der künftigen Produktpalette zählt ein mit Lavendel aromatisierter Gin.

Lavender Center
Das Lavender Experience Center erhebt sich aus dem Feld wie ein Augenlid, das sich öffnet.

Das Lavendel-Center ist als Nebengebäude konzipiert, das in die Hügel eingebettet ist. Besucher, die am Lavendelanbau interessiert sind, können sich hier über die verschiedenen Anbauschritte der Zier- und Heilpflanze informieren. Das Dach des Baus ist komplett mit Lavendel bepflanzt, und hebt sich auf einer Seite aus dem Feld. Hier lugt eine bogenförmige Glasfront aus den Beeten hervor, die in der Nacht einem leuchtenden Auge gleicht.



Text: Gertraud Gerst
Fotos: Hachem