In seinem Kurzfilm Morning, Afternoon, Evening richtet Leonel Dietsche den Blick auf ein Thema, das paradoxerweise gerade in den pulsierendsten Metropolen unserer Zeit allgegenwärtig ist: die Sehnsucht nach echter Verbindung.
Vor der Kulisse von Los Angeles begleitet der Film drei Geschichten, die sich innerhalb eines einzigen Tages entfalten. Ein trauernder Jugendlicher in der Metro, eine Besucherin aus Taiwan, die emotionale Distanz statt Nähe erlebt, und ein alternder Musikmanager, der seine Gedanken mit einer jungen Escort teilt – sie alle verbindet das Gefühl, dass Intimität stets greifbar scheint und doch unerreichbar bleibt.
Mit dokumentarischer Sensibilität beobachtet Dietsche die feinen Spannungen zwischen Nähe und Distanz, Verletzlichkeit und Schutzmechanismen. Die Stadt wird dabei mehr als nur Kulisse: Los Angeles erscheint als Spiegel einer Gesellschaft, in der Begegnungen oft von Erwartungen, Rollenbildern oder Transaktionen geprägt sind.
Ein stiller, poetischer Film über die Fragilität menschlicher Beziehungen – und über die universelle Suche nach Verbundenheit in einer zunehmend fragmentierten Welt.
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