MEXIKO: Auf welchem Trip bist du denn?

Mexiko

MEXIKO: Seit wir wieder können, stillen wir unser Bedürfnis nach Erholung und Easy Going, nach Sommer, Sonne, Happiness weit weg vom Alltag daheim. So weit, so gut – und jetzt noch schöner: eine ganz bewusste Haltung dabei einzunehmen, die sich nicht nur um uns selbst dreht.

Bewusstsein(s)reise Mexiko

Holla, die Waldfee! Es ist noch gar nicht lange her, da blieben die Flieger am Boden, Kreuzfahrtschiffe in den Häfen und wohlverdiente Urlaubsreisen versiegten wie in einem Jahreskalender unerfüllter Träume. Indes erreichten unsere Sehnsüchte den Höchststand seit Beginn der Reiseaufzeichnungen, während wir selbst von grundsätzlichen Fragen besucht wurden. Es klingelte im Bewusstseinsareal und unser Leben stand plötzlich wichtig vor der Tür. Ja, wir sind Entdecker, Abenteurer, Fantasten auch, ständig auf der Suche nach neuen Horizonten, den besonderen mit Vorliebe.

Ein essenzielles Thema dabei auszublenden, wäre allerdings keine lohnende Investition: Nachhaltigkeit. Das Buzzword unserer Zeit und Zukunft. Gefühlt Millionen Mal gehört, faktisch ein Must-have-and-do. Also wenn es uns immer wieder hinauszieht in die Welt unserer Traumdestinationen: Können wir unseren Anspruch an Ästhetik, Individualität und Exklusivität nicht noch mehr im Einklang mit den Ressourcen vor Ort am Reiseziel verwirklichen, genießen? Und wie wir das können! Vorreiter der sustainable hospitality gibt es etwa in Mexiko, einem unserer Auszeitsehnsuchtsorte schlechthin. Ressorts, die auf Klasse statt Masse setzen. Auf Entwicklung statt Überentwicklung. Auf die Erfüllung ökologischer und sozialer Aufgaben statt auf „immer weiter so“. Eine kleine Reise zu drei dieser mexikanischen Vorzeigeprojekte.

PRACHT & PURISMUS IN MEXIKO

¡Buenos días in BOCA DE AGUA!An einem Ort, dessen Name so viel bedeutet wie Wassermündung oder Wasserzulauf. Wie passend? Natürlich! Denn direkt entlang des Areals mäandert ein in Blau- und Türkistönen leuchtender Arm zur Laguna de Bacalar. Darüber hinaus fließen in Boca de Agua die Ideale einer neuen Umweltphilosophie mit den Bedürfnissen jener Lifestyle-Traveler zusammen, die die Schönheit des Einfachen zu schätzen wissen und Momente der inneren Ruhe mit körperlichem Wohlbefinden verbinden wollen. So zumindest der Anspruch von Rodrigo Juárez, Gründer dieses neuartigen multidisziplinaren Hotelprojekts, und Hichaim Zaime, General Manager des Hauses. Und tatsächlich: Es sieht vielversprechend aus! In Zeiten von übermäßigem Tourismus und Zersiedelung, die Ökosysteme und das Erbe uralter Kulturen bedrohen, haben sich Juárez und sein Team einiges einfallen lassen. Es beginnt schon mit der Bebauungsdichte. Sie wurde bewusst niedrig gehalten, um einer Dschungellandschaft Raum zur Entfaltung zu lassen: 82 Hektar misst das hauseigene Gelände, wovon 90 % unberührt sind – und unberührt bleiben sollen. Dazu werden sie in ein Schutz- und Regenerationsprogramm integriert, nachdem bereits 1 Hektar des nahe gelegenen Mangroven-Ökosystems neu bepflanzt wurde. Eine nachhaltige Entwicklung sowie die Stärkung sozialer Gemeinschaften in der Region sind nicht nur möglich. Sie sind real, weil auch lokale Kleinunternehmen und aufstrebende Fachkräfte unterrepräsentierter Gruppen Teil der Boca de Agua-Philosophie sind. Ökologische Designprinzipien und Materialien gehen damit einher.

Sichtbarstes Zeichen von dem, was hier so wunderbar anklingt? Die einzigartigen Baumhäuser! Entworfen wurden sie von der mexikanischen Stararchitektin Frida Escobedo, die ihr Faible für innovative Projekte gerne in architektonischen Nachhaltigkeitskontexten ausspielt. Fünf Baumhäuser fügen sich dezent und sensibel ins natürliche Landschaftsbild ein. Sie stehen erhöht, um sich nicht mehr als unbedingt nötig aufs Ökosystem Boden auszuwirken, und sind aus zertifiziertem Sapodillaholz gefertigt, das von lokalen Baufirmen stammt. Das nennt man wohl ein Höchstmaß an elegant-reduktiver Optik und Haptik! Zumal es sich nahtlos wie spürbar beim Interieur-Design nicht nur in den Suiten fortsetzt. Stichwort: exklusive Möbel zumeist aus recycelten Materialien, hergestellt von lokalen Handwerkern. Und apropos, auch Membran-Bioreaktoren gibt es. Mit ihnen wird das Abwasser aufbereitet und dem hausinternen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Bei so viel traumhaft schöner Einfachheit im Außen: Wege zu innerer Balance sind in Boca de Agua ebenso angelegt. Sie kommen als wissenschaftlich gestützte Therapie-Programme daher wie etwa ein Dopamin-Reset, das helfen soll, körperlich gesünder und nachhaltig erfüllt zu sein – abseits von Smartphones, Tablets und To-dos. Stress? Umgeben von grüner Ursprünglichkeit und inspirierender Architektur? In Boca de Agua klingt es wie ein unaussprechliches Fremdwort. Bewussten Lifestyle-Travelern wird es aber auch so die Sprache verschlagen.

IMMERSION & INSPIRATION IN MEXIKO

MUSA ist eine visionäre Nachhaltigkeits-Destination im Südwesten Mexikos. Der mexikanische Designer Andrés Saavedra sowie die kanadische Unternehmerin Tara Medina sind die Denker und Macher dieser Modern Utopian Society of Adventure. Was ein wenig nach Spektakel aus dem Hause 20th Century Fox klingt, könnte sich bei genauem Hinschauen tatsächlich als großes Kino entpuppen. Denn mit MUSA verfolgen Saavedra und Medina einen hybriden Ansatz, der Engagement für die lokale paradiesische Natur mit puristisch-luxuriösem Wohnen vereint.

Zwischen die Berge der Sierra Madre del Sur und der Pazifikküste bettet sich MUSA als unverwechselbare, natürlich belassene Landschaft mit 177 Hektar Palmenhainen – 1,6 Strandkilometer inklusive. Inmitten dieses Terrains: ein riesiger Bio-Pool mit über 5 Millionen (!) Litern Süßwasser. Ausgestattet ist diese natürliche Quelle mit biologischen Filtern, sie wird betrieben mit Solarenergie und ist umstanden von HideawaysSurfer-Hütten nachempfundene Wohnungen, die ebenfalls über Sonnenkollektoren und zudem über eigene Wasserauffangsysteme verfügen. Freistehend ruhen diese „Hütten“ zwischen Mangrovenbänken und üppigen Gärten. Und sie schlagen in die gleiche wunderbare „Öko-Kerbe“ wie jenes außergewöhnliche Boutique-Hotel, das sich nur einen Palmwedel entfernt direkt am Pazifikstrand befindet.

Die Residenz Hotelito wurde, ohne die Ökosysteme zu stören, in die Landschaft integriert. Für bewusste Entdecker konzipiert, ist im Hotelito kompletter Solarbetrieb angesagt. Es gibt Kompost- und Bodenregeneration, Dachgärten für kühlere Innenräume sowie ausgeklügelte Systeme zum Sammeln von Regen- und Recyceln von Grauwasser, damit die Gärten vor Ort bewässert werden können. Kaum etwas scheint dem Zufall überlassen zu werden, Bruder Leichtfuß schon gar nicht. Man meint es ernst mit der ökologischen Vision.

Wenn dann noch alle Suiten und Zimmer der perfekte immersive Rückzugsort sind. Wenn sie mit Ausstattungsfeatures wie maßgefertigte Möbel aus Parotaholz, parabenfreie Toilettenartikel oder handverarbeitete Steine und Mosaike der Region glänzen. Wenn internationale Kunstwerke alle Räume akzentuieren. Wenn Workshop-, Kunst- und Kontemplations-Spaces neue Dimensionen kreativer Persönlichkeitsentfaltung schaffen. Wenn Massagen, Klangbäder, Yoga- und Meditationssitzungen die Ruhe in Person wecken. Wenn Biolandwirtschaft auf der Zunge zergeht. Wenn nicht nur die Lobby-Lounge unter freiem Himmel dazu einlädt, sich kollaborativ neuem Denken und innovativen Projekten in einer lebendigen Community zu widmen. Sondern bald auch hybride Live-Work-Studios völlig neuartige Formen des Lebens und Arbeitens ermöglichen. Dann ist es wohl nicht erst irgendwann Zeit, einen dezenten, gleichsam besonderen Luxus zu genießen. Einen tropisch-modernen Lifestyle mit einem charakteristischen Ansatz des Minimalismus zu verbinden. Inspiration durch die Besinnung auf Reduktion zu zelebrieren. Kein Aber. Film ab.

WILDNIS & WÜRDE IN MEXIKO

Ein Dschungel so üppig und urlebendig. Ein Werk aus wildem Grün, das sich mit Hainen aus Kokospalmen verbindet. Das in weite Savannen, Lagunen und Graslandschaften übergeht und bis zu einem 5 km langen, feinsandigen Band reicht, an dem sich die Wellen des Pazifik berauschen … OH, THAT´S BEAUTY! Zumal in diesem mehr als 30.000 Hektar großen Biosphärenreservat ein luxuriöses Eco-Resort namens Cuixmala alle Sinne für einen nachhaltigen Tourismus und Lifestyle anspricht. Indem das Resort mit der Ökologischen Stiftung Cuixmala zusammenarbeitet, werden Artenvielfalt, Ökosysteme und ökologische Prozesse in der Region bewahrt und wiederhergestellt. Alles dreht sich um Wälder und Feuchtgebiete, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Zebras und Schmetterlinge, Mangroven und Orchideen, die hier frei in ihren natürlichen Refugien leben respektive locker-flockig gedeihen können. Zudem beobachten Wildkameras im gesamten Reservat extrem scheue Dschungelbewohner á la Ozelot und Puma, damit nicht nur ihr Revierverhalten, sondern auch ihre Population dokumentiert wird. Sich in Demut gegenüber natürlichen Ressourcen zu üben, ein tieferes Verständnis für sie zu entwickeln: Das ist eines der vielen hehren Ziele. Zurück gehen sie auf einen gewissen Sir James Goldsmith, der sie hier schon Ende der 1980er-Jahre auf dem umwelttheoretischen Tableau hatte und in die Praxis umsetzte – wofür er schließlich zum Ritter geschlagen wurde.

Heute wird das Projekt von seiner Tochter Alix und ihrem Mann geführt und richtet sich an Reisende mit exklusivem Geschmack. Demnach auch an jene, die sich in die Casa Cuixmala einmieten wollen. Sie ist das architektonische Prunkstück des Eco-Resorts an Mexikos atemberaubender Pazifikküste. Weithin sichtbar gibt schon ihre ikonische, blau-gelb gekachelte Kuppel eine Ahnung von dem frei, was sehnsüchtige Anspruchsurlauber erwarten dürfen: großartige Blicke aufs Meer und das Reservat sowie ins Innere des Anwesens. Es zeigt sich als opulente Mischung aus mexikanischem, europäischem und maurischem Design. Suiten und palastartige Wohnbereiche bieten in aller Abgeschiedenheit jeden erdenklichen Freiraum für visuelle, inspirative und genussvolle Zerstreuung – von traditionell handgefertigten Möbeln und landestypischen Arrangements aus Farben und Seidenstoffen bis hin zu internationaler Kunst und feinstem Biofarmfood in den Restaurants direkt auf dem Areal. Dazu noch Salzwasserpool sowie stilecht beschattete Terrassen? Allem An- und Sonnenschein nach ist das mexikanischer Pazifik pur!

Und selbst, wenn man tatsächlich einmal weg möchte – bei so einem Juwel ja kaum vorstellbar: Es können Ausflüge in die Mannigfaltigkeit des Reservats und Reisen zu sich selbst unternommen werden. Mit Yoga, Pilates und Meditation also auch hier zur inneren Nachhaltigkeit? OH, BEAUTY!

Photocredits: Maria Pacheco, Lover Lover for MUSA, Da, Davis Gerber