Erfolge im Kinsky – 2020 in Bildern // Auktionshaus im Kinsky // ART

Ein Rückblick in das Auktionsjahr 2020 zeigt, dass das Auktionshaus im Kinsky auch in schwierigen Zeiten Top Auktionsergebnisse und sogar Weltrekorde erzielen konnte. Da der Markt gerade besonders stark ist – die Menschen investieren jetzt in Sachwerte und sind auf der Suche nach geeigneten Anlageobjekten – verspricht auch 2021 ein vielversprechendes Auktionsjahr zu werden.

Höhenflüge im Kinsky

Das absolute Highlight und teuerste Los 2020 wechselte in diesem Jahr bei der Juni-Auktion den Besitzer. Dabei handelt es sich um ein großes, zweiteiliges Gemälde von Koloman Moser namens „Feldeinsamkeit“ aus 1912/13, das einen in den Wolken schwebenden Jüngling zeigt. Dieses Werk galt lange als verschollen, bis sich der Besitzer, ein älterer Herr, im Auktionshaus im Kinsky meldete. Der Herr war mit dem Bild aufgewachsen, das sich seit den 20er-Jahren im Besitz seiner Familie befand. Herrlich restauriert kam das Werk zur Auktion der Klassischen Moderne und brachte nach einem spannenden Bieterstreit im Saal einen Verkaufspreis von 960.000 € ein.

Weltrekorde im Kinsky

Jugendstil & Design

Und ebenfalls durch Koloman Moser konnte das imKinsky seine hohe Expertise in der Sparte des Jugendstils unter Beweis stellen. Eine sehr seltene Vase des Künstlers aus dem Jahr 1900 fuhr in der Weihnachtsauktion den Weltrekord von 58.800 € ein (Hammerpreis 46.000 €). Dieser Top-Preis für eine Vase des berühmten „Wien um 1900“ Künstlers reflektiert die Bedeutung des Stückes, das für den Schritt in die Moderne steht. Moser arbeitete an dem Objekt gemeinsam mit seinen Studenten von der Kunstgewerbeschule in Wien, was eine völlig neue Art des Unterrichts darstellte. Außerdem schuf er durch die tiefen eingekerbten Schlitze auf der Oberfläche der Keramik eine Dreidimensionalität, die ebenfalls bahnbrechend war.


Klassische Moderne

Ein fantastischer Künstler, der sich am Markt immer stärker etabliert, ist der Kärntner Maler Werner Berg. Sein im März versteigertes Bild „Kegler, Sommerabend“ aus 1979 fuhr den Weltrekord von 256.000 € ein. Auch in der Weihnachtsauktion waren seine Werke sehr erfolgreich – sein Landschaftsbild „Obir“ aus 1960, mit dem immer wiederkehrenden Motiv der zwei Kirschbäume, erreichte einen Kaufpreis von 243.000 €.

Auch beim Online-Bidding konnte der Maler punkten: er erreichte den teuersten online-Zuschlag in diesem Jahr. So wurde eines der Top-Lose der zeitgenössischen Kunst im Juni, Bergs „Zwei Frauen auf dem Heimweg“ von 1962, um 177.000 € verkauft.

Einen weiteren Weltrekord konnte das Auktionshaus in der Dezember-Auktion für ein Werk des Malers Ernst Stöhr, einem Mitbegründer der Wiener Secession, verbuchen. „Zwei weibliche Akte im Buchenwald“ aus 1905 wechselte um 35.840 € den Besitzer.

Auch eine Papierarbeit des Kärntner Malers Arnold Clementschitsch „Uferlandschaft“, um 1930 entstanden, brachte mit einem Kaufpreis von 12.800 € einen neuen Rekord.


Zeitgenössische Kunst

Einen Weltrekord brachte bei der März Auktion 2020 wiederum in der zeitgenössischen Kunst ein Werk der Grande Dame der österreichischen Malerei, Martha Jungwirth. Um einen Verkaufspreis von 105.000 € fiel der Hammer für ein unbetiteltes Werk aus 1990, Mischtechnik auf Karton. Damit brach das im Kinsky seinen eigenen Rekord aus 2019 für Werke dieser Künstlerin.


Top-Lose bei den Alten Meistern

Die „Anbetung der Könige“ des Antwerpener Meisters, welche um 1520 datiert wird, verbindet auf grandiose Weise den weltlichen Glanz und Prunk mit dem Religiösen. Das seit Jahrhunderten beliebte Sujet und die meisterhafte Umsetzung überzeugten auch den neuen Besitzer, der die Tafel für einen Verkaufspreis von 71.000 € erwarb.

Lavinia Fontana behauptete sich als eine der ersten Frauen in einem männerdominierten Umfeld und tat sich als Künstlerin und wahres Ausnahmetalent hervor. Ein frühes Werk Fontanas wurde in der Auktion für 64.000 € verkauft.

Einen weiteren schönen Preis erzielte die Darstellung des Markusplatzes in Venedig aus dem Umkreis von Michele Marieschi. Das Motiv lud dazu ein, sich in die Ferne zu träumen und in Gedanken über die Piazza zu spazieren. Dieser gekonnt ausgeführte Tagtraum wechselte für 53.000 € den Besitzer.


Top-Lose bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts

Auch das 19. Jahrhundert entführte Kundinnen und Kunden des Auktinshauses im Kinsky, jedoch ging es hier hoch hinaus! Dieses Jahr ließen gleich zwei Darstellungen des Großglockners von Markus Pernhart die Herzen höher schlagen und fuhren den höchsten Preis in Österreich für eine Darstellung der Großglockners ein. Das Werk aus der 134. Auktion erzielte 71.000 €.

Die Adria brachte Olga Wisinger-Florian, die dank einer Einladung Erzherzog Josef Karl Ludwigs von Österreich diese Landschaft kennenlernte, nach Österreich und in unsere Ausstellungsräume. Für einen Verkaufspreis von 58.000 € schmückt ihr bezauberndes Bild nun das zu Hause des neuen Besitzers.

Ein besonders spannendes Werk stellte „Andreas Hofer“ von Albin Egger-Lienz aus dem Jahr 1894 dar. Hier malte Egger-Lienz im Stil seines Vorbilds und Freundes Franz von Defregger, dem er größte Bewunderung entgegenbrachte. Der Tiroler Freiheitskämpfer erzielte einen stattlichen Verkaufspreis von 167.000 €.


Top-Lose bei der zeitgenössischen Kunst

Das Ende des Jahres 2020 brachte noch ein Top-Ergebnis in der Sparte zeitgenössische Kunst für das im Kinsky. Arnulf Rainers „Kreuz“ aus 1987-88 wurde nach einem aufregenden Bietergefecht um 262.500 € zugeschlagen. Damit ist es das teuerste je versteigerte Kreuz Rainers bei einer Auktion. Das Bild ist ein besonderes Werk: Es war Teil einer Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York, der ersten, die je einem Österreicher in dem Haus gewidmet wurde.

Der zweithöchste Zuschlag in diesem Jahr – 197.000 € – wurde für Maria Lassnigs großformatiges Gemälde „Der Frank und die Frankfurterin“ aus 1970 geboten. Die Österreicherin lebte damals in New York, und das Gemälde war ihr erster Portraitauftrag. Es stellt Maria Frankfurter und ihren Ehemann Frank de Groote dar, deren Vertrautheit die Künstlerin vermittelt – sie selbst bezeichnete das Bild einmal als eine ihrer besten Arbeiten.

Ein weiteres Top Ergebnis wurde in der Weihnachtsauktion bei den phantastischen Realisten erzielt. Ein großformatiges Gemälde Wolfgang Hutters „Die Tempel und die drei Mädchen“ aus 1985 erreichte einen Zuschlag von 99.000 €. Hutters Motiv hat etwas Bühnenhaftes, die Szenerie gleicht einer Reise in die eigene Fantasie. Die Kunstrichtung des phantastischen Realismus verzeichnet zunehmend große Erfolge am Kunstmarkt.

Die größte Wertsteigerung bei den Zeitgenossen konnte das im Kinsky 2020 für ein Werk des international gefragten Österreichers Erwin Wurm verzeichnen. In der Juni-Auktion erhielt „model for telekinetic sculpture“ aus 2006, sein Modell für die Skulptur eines gebogenen Lastwagens, den Zuschlag bei einem Verkaufspreis von 67.000 €. Hier beschäftigt sich Wurm nicht nur mit Fragen der Raumkrümmung – auf ironisch-philosophische Weise – sondern auch mit des Menschen liebstem „Spielzeug“. Damit hat diese Arbeit Wurms ihren Wert innerhalb von nur fünf Jahren vervierfacht, wie ein Blick auf vergangene Auktionen bestätigt.

Auch über weitere Rekorde bei den Zeitgenossen durfte sich das im Kinsky freuen. Das im Kinsky hält den Rekord für Werke von Hans Bischoffshausen, und konnte heuer wieder das beste Ergebnis eines Auktionshauses für diesen Künstler einfahren und die Auktion im Juni 2020 legte wiederum davon Zeugnis ab. Sein „Weißes Kreuz auf schwarzem Grund“ aus den 1970er-Jahren wurde um 93.000 € verkauft. Der 1987 verstorbene Künstler ist nicht nur mehr ein Geheimtipp – das derzeit im Aufbau befindliche Werkverzeichnis wird sein Übriges dazu beitragen, den bisher unterbewerteten Maler am Kunstmarkt stark zu etablieren.


Top-Lose bei den Antiquitäten und Jugendstil & Design

Bei den Antiquitäten konnte das im Kinsky im Dezember mit einer Rarität aufwarten: einer großen Sammlung von japanischen Nestuke aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie wurde über drei Generationen zusammengetragen und umfasst 73 Stück. Insgesamt brachte die Versteigerung einen Erlös von 99.500 €.

In der Sparte Jugendstil & Design erreichte im Dezember ein wundervoller Spiegel von Franz Hagenauer aus 1966 die Summe von 7.424 € und ist damit der teuerste je versteigerte Wandspiegel des Künstlers.

Ebenfalls einen Rekord, diesmal für den teuersten Luster von Otto Prutscher, erreichte das Auktionshaus in derselben Auktion. Der Luster, um 1924 entstanden, wurde mit einem Verkaufspreis von 28.000 € zugeschlagen.