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Tiffany Chung – Karten der Erinnerung und Migration

Wenn Kunst Geschichte sichtbar macht

In ihrem Studio in Houston spricht die vietnamesisch-amerikanische Künstlerin Tiffany Chung über Erinnerung, Migration und darüber, wie Kunst offizielle Narrative hinterfragen kann.

Die multidisziplinäre Künstlerin arbeitet mit Karten, Skulpturen, Malerei und digitalen Medien. Ihre Werke verbinden intensive Recherche mit persönlicher Erfahrung und eröffnen neue Perspektiven auf die menschlichen Folgen von Krieg, Vertreibung und Migration.

Ausgehend von der Logik der Kartografie untersucht Chung die komplexen Verflechtungen politischer, sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Prozesse. Ihre Arbeiten stellen offizielle Geschichtsschreibungen infrage – insbesondere dort, wo individuelle Stimmen und persönliche Erfahrungen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden.

„Eine Karte ist eine Möglichkeit, einen Ort von oben zu kontrollieren – sie kann ausradieren, was tatsächlich in einer Landschaft existiert. Wie können wir diese Macht zurückgewinnen, damit Karten auch Geschichten erzählen, die ausgelöscht wurden?“
Tiffany Chung

Zwischen persönlicher Geschichte und globaler Erinnerung

Chungs künstlerische Praxis ist eng mit ihrer eigenen Biografie verbunden. In Vietnam geboren, kam sie als Kind mit ihrer Familie als Flüchtling in die USA. Diese Erfahrungen prägen ihr Werk bis heute.

Historische Dokumente, Satellitenbilder und demografische Statistiken übersetzt sie in präzise komponierte visuelle Arbeiten, die analytische Genauigkeit mit emotionaler Tiefe verbinden. Ihre Karten sind dabei keine neutralen Darstellungen von Territorien – vielmehr zeichnen sie Bewegungen von Menschen, Geschichten von Flucht und Erinnerung nach.

Für die Reihe “Meet the Artists” öffnet Chung ihr Studio in Houston für ein Gespräch über Kunst, die nicht nur geografische Räume kartiert, sondern auch unsichtbare Geschichten sichtbar macht. Ihre Arbeiten erinnern daran, wie wichtig es ist, historische Amnesie zu vermeiden und verdrängte Narrative wieder ans Licht zu bringen.

Die Künstlerin wird von den Galerien Kiang Malingue (Hongkong, New York), Max Estrella (Madrid) und Ryan Lee (New York) vertreten.


Über NOWNESS

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