herz in der flasche

„Wir haben eine Philosophie der Nachhaltigkeit entwickelt, mit einem sehr modernen Touch …“

Herr Kirnbauer, Sie sind als Spross einer Weinbauernfamilie in die Fußstapfen Ihres Vaters getreten: Wo trägt das Weingut heute Ihre Handschrift?

Wir haben eine Philosophie der Nachhaltigkeit entwickelt, mit einem sehr modernen Touch: Im Weingarten erledigen wir bei einer Traktorfahrt bis zu vier Arbeitsschritte – mit weniger CO2-Ausstoß und weniger Bodenverdichtung. Wir messen mittels Sonde Temperatur- werte, Niederschlagsmengen und Luft- feuchtigkeit und errechnen in Kombination mit der Wettervorhersage das Risiko für Pilzinfektionen. Dann beugen wir Krankheiten ganz gezielt vor. Und wir heizen mit Holz aus dem eigenen Wald und verbrauchen den Strom aus unserer Photovoltaik-Anlage. „Naturschutz durch Technologie“ könnte man sagen.

Vor 31 Jahren wurde auf Ihrem Weingut erstmals ein Phantom gesichtet – die gleichnamige Cuvée Ihres Hauses. Zeigt der Winzer in der Cuvée seine wahre Seele?

Die Cuvée ist schon die Königsklasse des Weins. Da kostet man das Optimum aus vielen Weinen heraus – und es fließt viel Herzblut in die Flasche.

Haben Sie schon eine Idee für einekünftige Cuvée im Kopf? Wenn ja, welchen Charakter soll sie haben?

Meine letzte Cuvée hatte einen sehr privaten Charakter – ich habe sie an- lässlich meiner Hochzeit heuer im Juni komponiert. Sie ist allerdings nur für den privaten Genuss vorgesehen. Wir produzieren ja schon sehr beliebte Cuvées: im Basisbereich die K + K Cuvée, im gehobenen Segment DAS PHANTOM und in der absoluten Premium-Range FOREVER. Was mich aber noch reizen würde, wäre ein Blaufränkisch für das absolute Top-Segment.

Worin besteht für Sie der Reiz der Arbeit im Weingarten, was lieben Sie an der Kellerarbeit?

Nach meinem BWL-Studium war ich als Unternehmensberater tätig. Vor zehn Jahren bin ich dann zum heimatlichen Weinbau zurückgekehrt – und ich möchte keinen Tag mehr tauschen. Meine Arbeit ist so vielfältig. Meine Arbeitskleidung reicht vom Gummistiefel bis zum feinsten Zwirn bei Wein-Präsentationen. Aber im Gegensatz zu einem Arzt, der immer nur mit kranken Menschen zu tun hat, bewege ich mich in einem Umfeld guter Stimmung und positiver Dynamik. Im Weingarten mag ich am liebsten die Pflege des Stocks im Hochsommer und im Keller die Zeit der Traubenübernahme und der Selektion. Da kommt es auf wenige Stunden an.

Welchen Wein empfehlen Sie für den Herbst und den Winter?

Zu Kastanien, Wild und Gansl empfehle ich einen reinsortigen Merlot – wegen seiner forestalen Aromatik. Da schmeckt man Herbstlaub, Waldboden, etwas Trüffel – dieser Wein passt auch richtig gut für ein nettes Glas vor dem Kamin.

K+K KIRNBAUER
ÖSTERREICH BURGENLAND / DEUTSCHKREUTZ

250.000 Flaschen Volumen und 7 Rebsorten: Über 70% des Umsatzes werden mit den 3 Rotwein-Cuvées erzielt.

Phantom.at