Woom – ein lautmalerischer Name, der Bewegung in sich trägt: Schwung, Aufbruch und dieser erste Moment, in dem aus vorsichtiger Unsicherheit Balance wird, aus Wackeln ein Fahren und aus Farbe ein Gefühl.

Wer erinnert sich noch an das erste Fahrrad?
Meines war Mauve, eine Farbe, die man nur wählt, wenn alle anderen vergeben sind. Es war viel zu schwer, viel zu groß für mich und zunächst mit Stützrädern ausgestattet, mit denen das Rad immer hin und herklapperte. Es dauerte lange, mit dem vererbten Teil das Gleichgewicht zu finden. Und widersprach mir bei jeder Bewegung. Doch irgendwann in einem Hinterhof im Haus meiner Großmutter kam der Moment. Ein Nachbar stieß mich an, ließ los, ich hielt Balance und es funktionierte. Von da an konnte ich Fahrrad fahren. Ich dachte, ich würde abheben.
Doch was, wenn Fahrräder tatsächlich fliegen könnten? Oder es sich schon beim ersten Losfahren so anfühlt?


Vom Loslassen und Abheben
2013, als mein erster Sohn geboren wurde, entstand auch Woom. Die Start-Up Garage, wo Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld werkten, ist nur wenige Kilometer entfernt von dem Ort, wo ich selbst Fahrrad fahren gelernt habe. Und wo auch mein Kind nun seine ersten Radversuche machen sollte.
Und wieder begann alles mit einem sperrigen, vererbten Rad, mit dem das Fahren einfach nicht funktionieren wollte. Schnell wurde es gegen ein Woom Bike eingetauscht. In Blau, um es am Spielplatz von den vielen anderen roten Wooms zu unterscheiden.
Und tatsächlich. In 10 Minuten konnte das Kind Radfahren. Bei meinem zweiten Sohn ein paar Jahre später ging es sogar noch schneller. Er setzte sich auf das neon-coral-farbene Rad und fuhr los. Ohne es jemals vorher getan zu haben. Zwischen den beiden Rädern liegen einige Jahre. Aus den vier anfänglichen Farben und dem einen Modell in verschiedenen Größen ist ein ganzes Fahrradimperium entstanden mit Modellen für Babys bis hin zu Teenie-Bergabenteurer*innen. Die Auswahl umfasst eine feine Farbvielfalt, auf die Pantone vielleicht ein bisschen neidisch hinüberblickt.


Und das Geheimnis?
Nun, vielleicht liegt es an der naiven Ursprungsidee, aus Liebe heraus für die eigenen Kinder das beste Fahrrad der Welt zu machen. Und die Kinder als solche zu erkennen. Kinderfahrräder waren bis damals schlicht geschrumpfte Versionen von Erwachsenenfahrrädern. Woom wechselt von Anfang an die Perspektive und betrachtet die Welt aus den Augen der Kinder. Die Räder sind intuitiv zu fahren und sehr leicht. Das Fahrradfahren lernen geschieht wie von alleine. Wenn Tränen kommen, sind es Freudentränen. Eine sichere Umgebung, das Vertrauen in das Kind und das bewusste Zeitnehmen gehören dabei natürlich ebenso dazu wie das richtige Fahrrad.
Ganz leise entsteht so ein Meilenstein. Ein Moment, in dem Grenzen überwunden werden. In dem Stolz überwiegt. In dem Frust schnell in Freude übergeht. Und dann und wann in Übermut.
Nicht nur bei den Kindern, auch bei Woom selbst. In deren Office hat man sich tatsächlich schon die Frage gestellt, wie man Fahrräder zum Fliegen bringen könnte. Angeregt durch das Kids Advisory Board, eine Gruppe an Kindern, die dem Brand ungefiltert mitteilen, wie sie das Unternehmen führen würden. Und sich dabei eben überlegen, wie ein Fahrrad aussehen könnte, wenn Logik keine Grenze kennt.
Natürlich geht es nicht darum, Fahrräder zum Fliegen zu bringen (oder doch?), sondern diesen Moment zu erschaffen, in dem alles leicht wird, weil die Perspektive stimmt – und vielleicht auch die Farbe des ersten Fahrrads.

Fotos: Woom GmbH







