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Flea: Der Klang der Freiheit

Wie der Bassist der Red Hot Chili Peppers mit „Honora“ zu seinen musikalischen Wurzeln zurückkehrt

Nach über vier Jahrzehnten als treibende Kraft der Red Hot Chili Peppers überrascht Flea mit einem zutiefst persönlichen Schritt: seinem ersten Soloalbum. „Honora“ ist kein Rock-Statement – sondern ein intimes Jazz-Manifest, das von Hingabe, Disziplin und der Rückkehr zu den eigenen Ursprüngen erzählt.


Ein Kindheitstraum, der Jahrzehnte reifte

„Ich habe beschlossen, jeden Tag Trompete zu spielen“, erzählt Flea im Gespräch mit Zane Lowe. Diese scheinbar einfache Entscheidung wurde zum Ausgangspunkt einer Reise, die schließlich in Honora mündete.

Denn bevor Flea als einer der einflussreichsten Bassisten der Rockgeschichte gefeiert wurde, war die Trompete seine erste große Liebe. Inspiriert von Jazzgrößen wie Dizzy Gillespie begann er schon als Kind zu spielen – und kehrt nun, Jahrzehnte später, zu diesem Ursprung zurück.

Der Entschluss: tägliche Praxis, kompromisslose Hingabe – und irgendwann ein Album. Ein Versprechen an sich selbst.


„Honora“ – Zwischen Intimität und Improvisation

Das am 27. März 2026 veröffentlichte Album Honora markiert Fleas ersten Solo-Longplayer und eine bewusste Abkehr vom gewohnten Sound.

Die zehn Tracks bewegen sich zwischen freier Improvisation, spirituellen Klanglandschaften und zugänglichen Jazzmomenten. Besonders prägend: Fleas Spiel auf der Trompete, das den Kern des Albums bildet.

Neben Eigenkompositionen finden sich auch überraschende Neuinterpretationen – etwa von Frank Ocean oder Jimmy Webb. Gäste wie Thom Yorke und Nick Cave verleihen dem Werk zusätzliche Tiefe.

„Now we are human beings right here…“ – Flea in A Plea

Ein Satz, der das Album auf den Punkt bringt: Es geht um Menschlichkeit, Verbindung – und Musik als universelle Sprache.


Loslassen, um anzukommen

Ein zentrales Thema im Interview mit Zane Lowe: das Loslassen von Erwartungen. Flea beschreibt, wie er sich bewusst vom Perfektionismus befreit hat – zugunsten von Ausdruck und Authentizität.

Jazz wird hier nicht als Genre verstanden, sondern als Haltung: offen, suchend, lebendig.

Auch die LA Times beschreibt diesen Schritt als späte, aber konsequente Transformation: Mit 63 werde Flea „endlich der Jazzmusiker, der er immer sein wollte“.


Ein anderer Zugang zur Musik

Was Honora besonders macht, ist weniger ein stilistischer Bruch als eine Verschiebung im Zugang zur Musik.

Flea beschreibt im Gespräch mit Zane Lowe immer wieder die Entscheidung, sich auf tägliche Praxis zu konzentrieren – ohne Ziel, ohne Erwartungsdruck. Dieses konsequente Wiederholen wird zum eigentlichen Fundament des Albums.

Die Stücke wirken entsprechend offen und prozesshaft. Improvisation ist kein Effekt, sondern Ausgangspunkt. Auch die reduzierte Produktion unterstützt diesen Eindruck: viel Raum, wenig Überlagerung, klare Instrumentierung.

In diesem Kontext erscheint Honora weniger als „Solo-Debüt“ im klassischen Sinne, sondern eher als dokumentierter Arbeitszustand – ein Moment, in dem sich Technik, Routine und Intuition treffen.

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