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Skaten über der Stadt

Im Xuhui-Distrikt von Shanghai hat das chinesische Studio AAN Architects einen Skatepark entworfen, der das Skaten über den Dächern der Metropole möglich machen soll: den Moreprk Skyline Skatepark.

Schon mal 20 Meter über dem Boden geskatet? In Shanghai soll genau das dank des chinesischen Architekturstudios AAN Architects möglich werden, die mit ihrem Projekt namens Moreprk Skyline einen ganz besonderen Skatepark erschaffen haben. Dieser soll nicht nur für ein einmaliges Sporterlebnis sorgen, sondern den Blick zugleich auf eine weitere Attraktion lenken: die Skyline Shanghais. Die Metropole ist nicht nur eine der größten und bevölkerungsreichsten Städte Chinas, sondern auch eine der Must-See-Reisedestinationen weltweit – nicht zuletzt, da sie eine beeindruckende Mischung aus Geschichte, Kultur und hochmodernem Stadtleben bietet.

Dieser Skatepark befindet sich im Xuhui-Bezirk, im Südwesten Shanghais. Der Standort ist insofern bedeutsam, da der Distrikt als Pionierregion für den Austausch zwischen chinesischer und westlicher Kultur gilt. In Xuhui allein leben rund 1,1 Millionen Menschen, die sich an einer Mischung aus moderner Urbanität und historischen Architekturstilen erfreuen können. Neben zahlreichen Kulturzentren wurde der Bezirk nun dank dieses außergewöhnlichen Skateparks erneut bereichert – und die Skyline sogar bis ins kleinste Detail integriert.

Rampenpoesie

Der Skatepark bietet eine einmalige Sicht auf die Stadt.
Die Wellen des Skateparks spiegeln die Skyline der Stadt wieder.

Die Anlage befindet sich auf der dritten und vierten Etage des Einkaufskomplexes Xuhui Vanke Center. Dank der unmittelbaren Nähe zum Shanghai South Railway Station ist der Komplex hervorragend angebunden und dient als Anlaufstelle für so ziemlich alles: Einzelhandel, Büros, Gastronomie und Freizeitangebote vereinen sich hier unter einem Dach. In Form einer Glasbox schwebt der Skatepark geradezu über dem Gebäude, während das Innenleben von der Stadt selbst bestimmt wird. Denn das Architekturbüro orientierte sich beim Design des Skateparks direkt an der Skyline. Die Konturen der Hochhäuser wurden in geschwungene Skateflächen und Rampen übersetzt, die fließende Bewegungen simulieren sollen.

Der beim Skaten so wichtige Flow sollte keinesfalls unterbrochen werden, weshalb die sogenannte Bowl dank der vielen vertikalen Flächen für ein ganzheitliches Erlebnis sorgt. Dieses große, schüsselförmige Betonbecken ist mit weiteren geschwungenen Flächen verbunden, sodass man ohne Unterbrechung von einem zum nächsten Hindernis fahren kann. Ergänzt wird das Ganze durch Rampen und Street-Elemente. Letztere erzeugen ein echtes städtisches Skategefühl – sprich: Geländer, Kanten und Treppen, die authentisches Skaten in urbaner Atmosphäre ermöglichen. Außerdem passt sich Moreprk Skyline damit flexibel an verschiedenste Skatestile und Erfahrungslevel an. Die Rampen und die Bowl bestehen aus speziell geglättetem Beton, der optimal fürs Skaten geeignet ist.

In der Schwebe

Die Glasbox klebt förmlich am Gebäude.
Der Skatepark lebt förmlich an der Fasse des Einkaufshauses.

Die Glasbox hängt förmlich an der Gebäudefassade und ist so gestaltet, dass man auf mehreren Ebenen fahren kann. Diese Dreidimensionalität soll Skatern das Gefühl vermitteln, über der Stadt zu schweben. Der vertikale Charakter des Skateparks macht das Projekt zu einem umfassenden Sporterlebnis, das in dieser Form nur einmal in der Stadt zu finden ist. Die riesige Glasfront verstärkt das urbane Gefühl zusätzlich: Nicht nur erinnern die Rampen an die Metropole, auch der Ausblick bindet die Skyline direkt in das gesamte Konzept ein. Zusätzlich kann der Skatespaß auch draußen genossen werden – dank der Terrasse, die sich auf der Glasbox befindet.

Und auf dem Dach kann der Skate-Spaß im Außenbereich genossen werden.

Während der Park im Inneren wetterunabhängig ist, bietet der Außenbereich mit einer Rundbahn einen zusätzlichen Track sowie eine Kuppel für schnelle Skateabschnitte. Dazu zählen auch Bereiche für BMX- und Scooter-Fahrer. Moreprk Skyline soll aber vor allem zur perfekten Schnittstelle zwischen Sport, Stadtraum und Öffentlichkeit werden. Dank der Glasbox können auch Passanten das rege Treiben im Skatepark von der Straße aus mitverfolgen. Darüber hinaus ist der Park frei zugänglich und soll als Anlaufstelle für Sportler und neugierige Zuschauer dienen – stets mit der Stadt und ihrer Skyline im Hintergrund.

Architektur mit Storyline

AAN Architects haben neben dem Morepark Skyline bereits einige Projekte, vor allem im Bereich Innenarchitektur, umgesetzt. Dabei ist der vollständige Name des Büros Programm: Architecture As Narration, Architektur als Erzählung; legt das Studio doch großen Wert auf die Geschichten, die hinter ihren Werken stecken.

Der Park ist abwechslungsreich und soll als Anlaufstelle für Sportler, Besucher und neugierige Zuschauer dienen.
Der Skatepark soll Skater, Besucher und neugierige Zuschauer begeistern.

Ob der Skatepark die Geschichte der Stadt, der Skyline und ihrer Sportler erfolgreich erzählt, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht jedoch: Das Projekt ist unter anderem auf der Longlist der Dezeen Awards 2025 und in der Shortlist des World Architecture Festival 2025 vertreten.

Text: Katarina Andraschko
Bilder: Lv Xiaobin 

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