David Hockney, Cecily Brown und Amar Kanwar laden zu einer neuen Form der Wahrnehmung ein.

Mit ihrem Ausstellungsprogramm 2026 setzt die Serpentine Galleries ein leises, aber nachhaltiges Zeichen: Drei bedeutende Solo Exhibitions rücken das bewusste Sehen, das Erinnern und das Zuhören in den Mittelpunkt. Die Arbeiten von David Hockney, Cecily Brown und Amar Kanwar entfalten sich als poetische Reflexionen über Zeit, Natur, Geschichte und menschliche Verbundenheit.
David Hockney: Zeit, Technologie und die Kunst des Sehens
Serpentine North | 12. März – 23. August 2026
David Hockneys erste Ausstellung in der Serpentine vereint neue und jüngere Arbeiten, darunter Schlüsselwerke, die erstmals in Großbritannien zu sehen sind. Im Zentrum steht A Year in Normandy – ein monumentaler Fries, inspiriert vom Bayeux-Teppich, der den Zyklus der Jahreszeiten in ruhigen, präzisen Bildern festhält.

Im Dialog mit den Kensington Gardens entfaltet sich Hockneys Werk als Plädoyer für das langsame, aufmerksame Sehen. Seine Kunst erinnert daran, dass Schönheit oft im Unspektakulären liegt – und dass Wahrnehmung eine Form von Achtsamkeit ist.
Cecily Brown: Malerei als lebendige Energie
Serpentine South | 27. März – 6. September 2026
Cecily Browns Ausstellung markiert ihre erste institutionelle Solo-Schau mit Gemälden in Großbritannien seit zwei Jahrzehnten – und zugleich eine Rückkehr in die Stadt ihrer Herkunft. Ihre kraftvollen, farbintensiven Arbeiten bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion und fordern die Betrachtenden zu einem aktiven Seherlebnis heraus.

Inspiriert von der Parklandschaft rund um die Serpentine, kreisen Browns neue Werke um Natur, Intimität und Erinnerung. Ergänzt durch Zeichnungen und Monotypien entsteht ein vielschichtiges Bild einer künstlerischen Praxis, in der Farbe Energie speichert und Malerei zum eigenständigen Organismus wird.
Amar Kanwar: Geschichte hören
Serpentine North | 23. September 2026 – Januar 2027
Amar Kanwars Solo Exhibition verwandelt die Serpentine North in einen meditativen Raum aus Bildern und Klängen. Seine filmischen Arbeiten bewegen sich zwischen Dokumentation und visueller Poesie und setzen sich mit Themen wie Erinnerung, Gewalt, Macht und Zugehörigkeit auseinander.

Obwohl Kanwars Werk stark in den politischen und historischen Realitäten des indischen Subkontinents verwurzelt ist, entfaltet es eine universelle Dimension. Die Ausstellung lädt dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern ihr zuzuhören – als ethische Praxis des Innehaltens.
Kunst als Teil des Alltags
Mitten in den Kensington Gardens verankert, versteht Serpentine Kunst als Teil des täglichen Lebens. Das Ausstellungsprogramm 2026 verzichtet bewusst auf Spektakel und setzt stattdessen auf Präsenz, Tiefe und Zugänglichkeit. Ein Angebot, das Kunst nicht konsumierbar macht, sondern erfahrbar.








