Im MAK – Museum für angewandte Kunst in Wien läuft seit dem 10. Dezember 2025 die mit Spannung erwartete Ausstellung „Helmut Lang. Séance de Travail 1986–2005“. Diese Retrospektive widmet sich dem kreativen Schaffen eines der einflussreichsten österreichischen Designer der späten Moderne und bietet einen tiefgehenden Einblick in seine visionäre Denkweise, sein gestalterisches Konzept und seine prägende Rolle zwischen Mode, Kunst und Design.


Eine Ausstellung jenseits klassischer Mode-Schauen
Die Schau im MAK ist weit mehr als eine traditionelle Modeausstellung: Basierend auf dem MAK Helmut Lang Archiv, das Lang 2011 dem Museum übergab und das größte öffentliche Archiv zu seinem Werk bildet, entfaltet sie Langs kreatives Universum zwischen 1986 und 2005. Anstelle einer chronologischen Schau setzt die Ausstellung auf mixed media und ortsspezifische Installationen, die den Besucher durch Langs konzeptionelle Prozesse und seine radikale Vision von Design, Identität und kultureller Praxis führen.

Kuratiert von Marlies Wirth in Zusammenarbeit mit MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein, zeigt die Präsentation nicht nur ikonische Entwürfe und selten gezeigte Kleidungsstücke, sondern auch archivierte Materialien wie Lookbooks, Fotografien, Werbekampagnen und audiovisuelle Medien, die Langs Umgang mit Visuellem Denken und Markenbildung beleuchten.


Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, zu veranschaulichen, wie Lang Mode als intellektuelle Praxis verstand — ein Ansatz, der traditionelle Grenzen zwischen Mode, Konzeptkunst und Aktivismus herausforderte und weit über die Laufstege der 1990er-Jahre hinauswirkt.

Warum diese Ausstellung wichtig ist
- Erste umfassende Retrospektive in Wien: Die Ausstellung bietet erstmals einen breit angelegten Blick auf Langs Mode- und Denkweisen in einer institutionellen Gesamtschau.
- Archiv als Erzählstruktur: Das MAK-Archiv fungiert als Denkmodell – die gezeigten Objekte erzählen nicht nur ästhetische Geschichten, sondern machen Langs Arbeitsweise und strategisches Denken sichtbar.
- Interdisziplinäre Perspektiven: Durch die Verbindung von Mode, Kunst und Design eröffnet die Ausstellung neue Zugänge zu Langs Einfluss auf zeitgenössische Kultur.



Über Helmut Lang
Helmut Lang (10. März 1956 in Wien) ist ein österreichischer Modedesigner und Künstler, dessen Arbeiten heute in internationalen Sammlungen – darunter auch im MAK Wien – vertreten sind.

Lang begann seine Karriere in Wien, eröffnete bereits 1979 eine eigene Boutique und präsentierte ab 1986 unter seinem Namen innovative Kollektionen auf dem internationalen Parkett. Sein Stil zeichnete sich durch minimalistische, moderne Silhouetten, technische Materialien und einen intellektuell geprägten Designansatz aus, der klassische Modekonventionen hinterfragte.
In den 1990er-Jahren avancierte Lang zum Symbol einer neuen Form von Luxus: reduziert, funktional und radikal anders als zeitgenössische Modehäuser. Er brachte u. a. digitale Präsentationsformen in die Modewelt, setzte auf ungewöhnliche Marketingstrategien und kollaborierte mit Künstler:innen wie Jenny Holzer und Robert Mapplethorpe.
2005 zog sich Lang aus der Modewelt zurück, um sich ausschließlich der Kunst zu widmen. Seine Arbeiten in den Bereichen Skulptur, Architektur und Konzeptkunst setzen die schöpferische Haltung fort, die ihn schon als Designer auszeichnete.

Die Ausstellung „Helmut Lang. Séance de Travail 1986–2005“ ist noch bis 3. Mai 2026 im MAK Wien zu sehen und ein Muss für alle, die sich für die Schnittstellen von Mode, Kultur und zeitgenössischem Denken interessieren.







