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Portrait of a Place: Tierra de Gigantes

Wenn die Anden erzählen – eine filmische Hommage an das Valle Sagrado

Im Kurzfilm Tierra de Gigantes begibt sich der ecuadorianische Regisseur Victor Bastidas auf eine poetische Reise in das Valle Sagrado der peruanischen Anden. Entstanden für die Videoplattform NOWNESS, ist das Porträt weniger Dokumentation als vielmehr ein stilles Lauschen – auf Menschen, Rituale und eine Landschaft, die seit Jahrhunderten von Mythen und spirituellem Wissen geprägt ist.

Jenseits der touristischen Oberfläche

Das Valle Sagrado gilt als einer der meistbesuchten Orte Perus. Doch Tierra de Gigantes wählt bewusst einen anderen Blickwinkel. Während sich Besucher:innen an den Eingängen historischer Stätten anstellen, bewegt sich Bastidas abseits der bekannten Pfade – dorthin, wo Alltagsleben, Zeremonien und gelebte Traditionen noch eng mit der Erde und den Bergen verbunden sind.

Gedreht wurde an Orten wie Pisac, Maras und Moray, ebenso in kleineren Dörfern der Region. Gemeinsam mit der peruanischen Creative Director Lia Lazaro entstand ein Werk, das nicht beobachtet, sondern teilnimmt.

Die Giganten der Berge

Der Film schöpft seine Bildsprache aus der andinen Folklore. In ihr leben die Berge als Wesen – als Giganten, die Schutz spenden, aber auch Respekt einfordern. Diese Vorstellung ist tief in der Inka-Mythologie verankert und bis heute Teil des spirituellen Verständnisses vieler Gemeinschaften.

Tierra de Gigantes macht diese unsichtbaren Schichten spürbar: durch traditionelle Tänze, kunsthandwerkliche Praktiken, zeremonielle Handlungen und die symbolische Bedeutung von Mais – einem zentralen Element andiner Kultur und Lebensweise.

„Wir haben eine Region Perus erkundet, die jedes Jahr von Millionen Menschen besucht wird – und doch haben wir etwas gesehen, das den meisten verborgen bleibt.“
— Victor Bastidas

Eine Widmung an die Frauen der Anden

Der Film ist zugleich eine sehr persönliche Arbeit. Bastidas widmet Tierra de Gigantes den Frauen in seinem Leben – jenen, die ihn nach Otavalo, Saraguro und in weitere Regionen der Anden geführt haben. Ihre Geschichten und Perspektiven öffnen den Blick auf eine Landschaft, die weit mehr ist als ein Reiseziel.

So wird das Valle Sagrado nicht als Kulisse gezeigt, sondern als lebendiger Organismus – geprägt von Geschichte, Spiritualität und der stillen Stärke seiner Menschen.

Mindful Viewing

Tierra de Gigantes lädt dazu ein, langsamer zu schauen. Hinzuhören. Und Orte nicht nur zu bereisen, sondern ihnen mit Respekt zu begegnen. Ein filmisches Porträt, das perfekt in unsere Zeit passt – und daran erinnert, dass wahre Tiefe oft jenseits des Sichtbaren liegt.

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