Wenn Mythologie den Kosmos berührt
Was passiert, wenn zeitlose Mythen auf modernste Raumfahrt treffen? Der chinesische Multimedia-Künstler Jacky Tsai hebt mit Chang E Flying to the Moon nicht nur symbolisch ab, sondern schickt die legendäre Mondgöttin buchstäblich ins All – auf der weltweit ersten vollständig kunstbemalten Rakete.
Von der Neuinterpretation traditioneller chinesischer Handwerkskunst bis hin zu großformatigen Interventionen, die Kunst in reale Bewegung versetzen: Jacky Tsai hat über Jahre hinweg eine kraftvolle visuelle Sprache entwickelt, die Vergangenheit und Gegenwart Chinas miteinander verbindet. Seine Arbeiten verschmelzen östliche Erzähltraditionen mit zeitgenössischer Ästhetik – poetisch, politisch und stets visionär.
In seinem jüngsten Projekt greift Tsai auf die chinesische Mythologie zurück und rückt die Mondgöttin Chang E ins Zentrum einer intergalaktischen Erzählung. Die Legende wird zur kosmischen Metapher für Sehnsucht, Transformation und kollektive Imagination.
„Mein Kunstwerk auf einer echten Rakete ins All starten zu sehen, war einer der emotionalsten Momente meiner Karriere. Mit diesem Projekt möchte ich unsere gemeinsamen Träume und Vorstellungen tatsächlich in den Kosmos senden.“
In Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Raumfahrtunternehmen LandSpace überschritt Tsai Anfang des Jahres eine neue Grenze: Sein Kunstwerk passierte die Kármán-Linie und machte die ZQ-2E Y2 zur ersten vollständig kunstbemalten Rakete im Weltraum. Der begleitende Kurzfilm Chang E Flying to the Moon dokumentiert diesen außergewöhnlichen Prozess und zeigt, wie Kunst, Technologie und Mythos zu einer neuen Form zeitgenössischer Erzählung verschmelzen.
Ein Projekt, das nicht nur Raumfahrt neu denkt, sondern auch die Frage stellt, wie weit Kunst reichen kann – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.








